Nach den acht Malariafällen im Sommer rund um den Frankfurter Flughafen sieht das Gesundheitsamt neue Hinweise auf die Herkunft der Infektionen. „Die untersuchten Malariaerreger konnten genetisch drei unterschiedlichen Gruppen zugeteilt werden. Das stützt die Annahme, dass die Übertragungen durch drei unterschiedliche Mücken passiert sind“, sagte Amtsleiter Peter Tinnemann. Drei der acht Erkrankten starben. Die nun vorliegenden Untersuchungsergebnisse sprechen nach Angaben der Behörde gegen heimische Mücken als Überträger. Vielmehr deuten die Daten darauf hin, dass infizierte Mücken die ursprünglich aus Westafrika stammenden Erreger nach Frankfurt brachten.
- Unter den acht Erkrankten waren sechs Flughafenbeschäftigte und zwei Bewohner des nahe gelegenen Stadtteils Schwanheim.
- Die genetische Analyse spricht für drei voneinander unabhängige Einschleppungen.
- Keiner der Betroffenen hatte sich in einem Gebiet aufgehalten, in dem Malaria endemisch ist.
- Die Stadt hat medizinisches Personal zu besonderer Aufmerksamkeit für mögliche Symptome aufgefordert.
Die Stadt betont die Bedeutung einer frühen Behandlung
Die Frankfurter Behörden verwiesen angesichts der Todesfälle darauf, dass die bei den Betroffenen festgestellte Malariaform bei rechtzeitiger Erkennung und Behandlung „vollständig heilbar“ sei. Medizinisches Personal und Beschäftigte in Krankenhäusern seien aufgefordert worden, besonders auf entsprechende Symptome zu achten.
Weil Malaria in Deutschland selten ist, kann sich die Diagnose verzögern und das Risiko für Komplikationen steigen.
Bei den Frankfurter Patienten wurde Malaria tropica diagnostiziert. Diese schwerste Malariaform kann tödlich verlaufen. Zwei der gestorbenen Menschen waren Beschäftigte des Flughafens, der dritte Todesfall betraf einen Anwohner.
Das Erbgut weist auf getrennte Einschleppungen hin
Die Untersuchung führte das Institut für Tropenmedizin im belgischen Antwerpen durch. Dort wurde anhand von Blutproben der acht Patienten analysiert, wie eng die gefundenen Erreger miteinander verwandt waren. Untersucht wurde der Malariaerreger Plasmodium falciparum.
Nach Einschätzung des Gesundheitsamts sprechen die Ergebnisse für drei voneinander unabhängige Einschleppungsereignisse – nicht für eine Übertragung durch heimische Mücken.
Den Angaben des Instituts zufolge gehörten die Erkrankungen zu getrennten Fallgruppen im Juli, August und September. Die genetischen Daten legen zudem einen Ursprung der Erreger in Westafrika nahe. Dass sie durch infizierte Mücken nach Frankfurt gelangten, gilt den Behörden als wahrscheinliche Erklärung.
Die Betroffenen waren am Flughafen oder lebten in der Nähe
Sechs Erkrankte arbeiteten am Flughafen, die beiden anderen wohnten im nahe gelegenen Stadtteil Schwanheim. Keiner der acht Menschen hatte sich zuvor in einem Gebiet aufgehalten, in dem Malaria endemisch ist.
Bei der sogenannten Flughafenmalaria übertragen Mücken den Erreger, die mit einem Flugzeug aus einem Malariagebiet nach Deutschland gelangen. Ein solcher Einschleppungsweg wird auch für die Frankfurter Fälle vermutet.





























