Der Social-Media-Konzern Meta rollt eine neue eigenständige Anwendung namens Pocket in den USA aus. Nach einer ersten Testphase, die im Juli unter anderem in Brasilien begann, steht die kostenlose App nun einem breiteren Publikum zur Verfügung. Mit Pocket können Nutzer über einfache Texteingaben sogenannte „Gizmos“ generieren – interaktive Medieninhalte, einfache Minispiele oder Memes. Die Anwendung kombiniert generative Künstliche Intelligenz mit einem vertikalen Feed, in dem Inhalte durch Wischen, Tippen oder Neigen des Smartphones bedient, geliked und geteilt werden können. Die Entwicklung geht maßgeblich auf ein eigens dafür von Meta übernommenes Entwicklerteam zurück.
- Meta veröffentlicht die neue generative KI-App Pocket kostenlos auf dem US-Markt.
- Nutzer erstellen per Text-Prompt interaktive Minispiele und Grafiken, sogenannte Gizmos.
- Die Technologie basiert auf dem KI-Modell Muse Spark von den Meta Superintelligence Labs.
- Das Entwicklerteam stammte ursprünglich von Atma Sciences, deren eigene App Gizmo eingestellt wird.
Interaktive Inhalte per Texteingabe erstellen
Pocket setzt auf das Prinzip des sogenannten „Vibe-Coding“. Dabei geben Nutzer eine visuelle oder funktionale Idee als kurzen Text-Prompt ein, woraufhin die Anwendung in wenigen Sekunden ein bedienbares Minispiel oder ein interaktives Meme erstellt.
Angetrieben wird die Anwendung durch das Modell Muse Spark, das in den Meta Superintelligence Labs entwickelt wurde.
Die erstellten Gizmos nutzen verschiedene Smartphone-Funktionen wie Touchscreens, Neigungssensoren, Fotos und Musikstücke. Nutzer können bestehende Erzeugnisse anderer Personen anpassen und als eigene Versionen, sogenannte Remixes, neu veröffentlichen. Eine direkte Nachrichtenfunktion bietet die App nicht, Inhalte lassen sich jedoch über Links weiterleiten.
Entwicklerteam von Snapchat-Veteranen übernommen
Die Entstehung von Pocket steht in direktem Zusammenhang mit der Übernahme eines spezialisierten Entwicklerteams im März dieses Jahres. Meta stellte damals das Team hinter der App Gizmo ein – ein Startup namens Atma Sciences, das von ehemaligen Snapchat-Mitarbeitern gegründet worden war – und erwarb eine nicht-exklusive Lizenz an deren Technologie. Infolgedessen stellt Atma Sciences die ursprüngliche Gizmo-App nun ein.
Für Meta reiht sich der Start in eine Reihe neuer, eigenständiger mobiler Anwendungen ein. Neben dem X-Konkurrenten Threads hatte das Unternehmen zuletzt auch Apps wie Instants, Forum für Facebook-Gruppen oder ein separates Creator Studio an den Start gebracht.
Eigenständige Testfelder für künftige Werbe- und KI-Strategien
Die Veröffentlichung separater Nischen-Apps dient großen Plattformbetreibern als risikoarme Testumgebung für neuartige KI-Modelle und Interaktionsformen.
Dies bedeutet für die Nutzer, dass neue Werkzeuge zunächst isoliert erprobt werden, bevor sie womöglich in etablierte Hauptanwendungen wie Instagram einfließen. Laut einem Meta-Sprecher gibt es derzeit jedoch keine konkreten Pläne für eine Integration von Pocket in Instagram. Für den Konzern eröffnet das Format zudem langfristig neue kommerzielle Optionen: Interaktive Gizmos könnten in Zukunft als neuartige Werbefläche für Marken oder gesponserte Inhalte dienen.
Würden Sie KI-generierte Minispiele und interaktive Memes selbst ausprobieren, oder bevorzugen Sie klassische Social-Media-Inhalte? Teilen Sie Ihre Meinung in den Kommentaren!




























