Bei einem Angriff auf eine Studierendenversammlung in Athen sind am Mittwoch drei Menschen verletzt worden. Nach übereinstimmenden Medienberichten drangen Personen mit Helmen auf dem Campus Zografou der Nationalen und Kapodistrias-Universität in ein Gebäude ein und warfen Molotowcocktails; auch Äxte sollen eingesetzt worden sein. Die meisten Berichte verorten den Angriff im Fachbereich Mathematik, wo Studierende vor den Veranstaltungen zum Jahrestag des Polytechnikum-Aufstands zusammengekommen waren. Polizei und Rettungsdienst rückten an. Während mehrere Berichte von rund 50 Angreifern sprechen, bleiben die genaue Zusammensetzung der beteiligten Gruppen und der Ablauf ungeklärt.
- Drei Verletzte wurden nach Angaben von »To Vima« in ein Athener Krankenhaus gebracht.
- Zeugen berichten von Molotowcocktails und einem Angriff mit einer Axt.
- Das griechische Bildungsministerium verurteilte die Gewalt gegen die Studierendenversammlung.
- Die Polizei befragt Zeugen, um die Verantwortlichen zu identifizieren.
Zeugen schildern einen Angriff während der Versammlung
Nach dem englischsprachigen Bericht von »To Vima« ereignete sich die Gewalt gegen Mittag. Ein gewähltes Vorstandsmitglied der Mathematik-Studierendenvertretung, Kyriakos Kalaitzidis, schilderte der griechischsprachigen Ausgabe, mehr als 50 vermummte Personen seien eingedrungen, um die Vollversammlung aufzulösen. Im Gebäude hätten sich zu diesem Zeitpunkt auch andere Studierende sowie Lehrende aufgehalten, die Unterricht gaben.
Ein Zeuge aus dem Fachbereich Physik berichtete, ein Molotowcocktail habe einen Erstsemesterstudenten im Gesicht getroffen. Ein weiterer Augenzeugenbericht beschreibt, wie Angreifer einen Studenten verfolgten und einen Brandsatz nach ihm warfen. Andere Studierende hätten einen Feuerlöscher eingesetzt, um zu verhindern, dass er Feuer fing.
Zwei Menschen erlitten laut »To Vima« und »Spiegel« Verbrennungen, eine weitere Person wurde mit einer Axt am Bein verletzt.
Die drei Verletzten kamen dem englischsprachigen Bericht von »To Vima« zufolge ins Athener Gennimatas-Krankenhaus. Nach ersten Angaben bestand keine Lebensgefahr. Frühere Meldungen hatten die Verletzungen teils anders beschrieben. Auch zu Ort und Zahl der Angreifer gab es abweichende Angaben: »Protothema« nannte den Fachbereich Physik und etwa zehn bis zwölf Personen mit Helmen; »In.gr« verortete den Vorfall ebenfalls dort.
Politische Zuordnung der Beteiligten bleibt unklar
Mehrere Berichte bringen den Angriff mit Auseinandersetzungen zwischen politischen Hochschulgruppen in Verbindung. »To Vima« nennt das linke Studierendennetzwerk EAAK und Panspoudastiki, eine der Kommunistischen Partei Griechenlands nahestehende Hochschulgruppe. Der »Spiegel« verweist dagegen auch auf einen Bericht des öffentlich-rechtlichen Senders ERT, der unter Berufung auf die Polizei Mitglieder der Pasok-Jugendorganisation sowie linksradikale Studierende nennt. Eine eindeutige Zuordnung ergibt sich daraus nicht.
Die Versammlung fand im Vorfeld der Gedenkveranstaltungen zum Athener Polytechnikum-Aufstand von 1973 statt, dessen Jahrestag am 17. November begangen wird. Ein Vorstandsmitglied der Mathematik-Studierendenvertretung wertete den Angriff als Versuch, die geplanten Aktivitäten zu behindern und Studierende einzuschüchtern.
Das Bildungsministerium verurteilte die Gewalt als „eine Beleidigung der akademischen Gemeinschaft“, die die Meinungsfreiheit untergrabe.
Polizei sammelt Zeugenaussagen zur Identifizierung der Täter
Auf dem Campus wurden starke Polizeikräfte eingesetzt, darunter Bereitschaftspolizisten und Beamte der Einheit OPKE. Nach Angaben von »To Vima« kontrollierten sie das Gelände; die an der Gewalt Beteiligten schienen beim Eintreffen der Beamten bereits verschwunden zu sein. Festnahmen wurden laut »Spiegel« zunächst nicht gemeldet.
Die Ermittler nehmen Zeugenaussagen auf, um den Ablauf zu klären und die Verantwortlichen zu identifizieren. Auch die Universitätsleitung steht nach dem Bericht von »To Vima« mit der Polizei in Kontakt.





























