Großbritannien kämpft mit einer extremen Dürreperiode: Nach vorläufigen Daten des britischen Wetterdienstes Met Office erlebten England und Wales den trockensten und sonnigsten Juli seit Beginn der flächendeckenden Aufzeichnungen im Jahr 1836. In zahlreichen Regionen Südenglands fiel im gesamten Monat überhaupt kein messbarer Niederschlag. Für ganz Wales sowie Teile Englands wurde daher der offizielle Dürrezustand ausgerufen. Rund 23 Millionen Menschen sind von Einschränkungen beim Wasserverbrauch betroffen, während langanhaltende Hitze und ausgedörrte Landschaften die Gefahr von Flächenbränden und Ernteausfällen drastisch erhöhen.
- England und Wales verzeichneten den trockensten Juli seit 190 Jahren mit nur 1,5 Millimetern Regen im Süden Englands.
- An Messstationen wie Kew Gardens und am Flughafen Heathrow wurden historische Rekordphasen ohne Niederschlag registriert.
- Rund 23 Millionen Menschen unterliegen Bewässerungsverboten, da Flüsse und Reservoirs kritische Tiefstände erreichen.
- Experten warnen bei künftigen Niederschlägen vor schweren Sturzfluten auf den hart verkrusteten Böden.
Messstationen verzeichnen historische Rekordtrockenheit
Die Ausmaße der aktuellen Trockenheit spiegeln sich in den Messdaten lokaler Wetterstationen wider. An der Station des Met Office in den Londoner Kew Gardens wurde im Juli erstmals seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1871 kein einziger Tropfen Regen registriert. Auch am Flughafen Heathrow hielt eine Serie von 42 aufeinanderfolgenden Tagen ohne Niederschlag an – ein neuer Rekord seit Beginn der dortigen Messungen im Jahr 1948.
In Südengland lag die durchschnittliche Niederschlagsmenge im Juli bei lediglich 1,5 Millimetern, was etwa zwei Prozent des langjährigen Mittels entspricht.
In 19 englischen Grafschaften gab es im Juli praktisch keinen Regen. Mindestens 20 Wetterstationen im Süden des Landes meldeten für den Monat Juli historisch einmalige Nullwerte. Zudem lagen die Durchschnittstemperaturen in Südengland um 3,2 Grad Celsius über dem üblichen Niveau.
Wasserknappheit und Brände belasten Bevölkerung und Wirtschaft
Die anhaltende Hitze führt zu spürbaren Konsequenzen für Infrastruktur und Alltag. Nach Angaben der Nachrichtenagentur PA gelten derzeit für rund 23 Millionen Menschen Bewässerungsverbote, da Flüsse und andere Gewässer historische Tiefstände aufweisen. Mehr als die Hälfte Englands sowie ganz Wales befinden sich im offiziellen Dürrezustand.
Eine formelle Dürreerklärung ist im Vereinigten Königreich eine behördliche Einstufung, die es Wasserversorgern und Umweltämtern erlaubt, Sonderrechte wie Nutzungsbeschränkungen durchzusetzen, um die Trinkwasserversorgung und Ökosysteme zu schützen.
Die ausgetrocknete Vegetation hat bereits zu mehreren Bränden geführt. In der Grafschaft Suffolk breitete sich ein Feuer auf rund 150 Hektar aus, ehe die Feuerwehr den Brand unter Kontrolle bringen konnte. Landwirte warnen zudem vor drohenden Ernteausfällen.
Die anhaltende Trockenperiode betrifft nicht nur die britischen Inseln, sondern spiegelt sich in ganz Europa wider, wo niedrige Wasserstände wie am Rhein die Binnenschifffahrt in Deutschland erschweren.
An der Donau zwangen niedrige Pegel Betreiber in Ungarn und Rumänien sogar zur vorübergehenden Abschaltung von Kernkraftreaktoren.
Ausgetrocknete Böden erhöhen das Risiko von Sturzfluten
Selbst wenn in den kommenden Tagen Regen einsetzen sollte, bedeutet dies keine unmittelbare Entwarnung. Forschende weisen auf ein Nachfolgerisiko hin, das durch die lange Trockenheit entstanden ist. Jeff Da Costa von der University of Reading warnt vor einer erheblichen Gefahr von Sturzfluten, sobald Niederschläge auf die hart ausgetrocknete Erde treffen.
Wenn Regen auf verkrusteten Boden fällt, kann die Erde die Feuchtigkeit nicht schnell genug aufnehmen, sodass das Wasser oberflächlich abfließt. Für betroffene Gebiete bedeutet dies, dass plötzliche Regenfälle zu Überschwemmungen führen können, bevor sich Grundwasserspeicher und Reservoirs erholen. Ein oder zwei Regentage reichen daher nicht aus, um die tiefgreifende Dürre nachhaltig zu beenden.




























