Die japanische Bekleidungsmarke GU, das preiswertere Schwesterlabel der Modekette Uniqlo, unternimmt einen strategischen Schritt an die Öffentlichkeit der internationalen Modewelt. Das im Jahr 2006 gegründete Label hat den Designer Francesco Risso als neuen Creative Director verpflichtet. Risso, der zuvor die kreative Leitung beim italienischen Luxushaus Marni innehatte, präsentiert im Rahmen seines Einstands eine umfangreiche Herrenkollektion. Mit knapp 80 Modellen soll die Marke aus dem Schatten ihrer bekannteren Schwester hervortreten und ein jüngeres, trendbewusstes Publikum ansprechen.
- Der ehemalige Marni-Kreativdirektor Francesco Risso übernimmt die gestalterische Leitung bei GU.
- Die neue Herrenkollektion umfasst knapp 80 Entwürfe, unterteilt in fünf spezifische Stilrichtungen.
- GU wurde 2006 gegründet und setzt auf ein preisgünstigeres, trendorientierteres Sortiment als Uniqlo.
Fünf Stilrichtungen decken unterschiedliche Modetrends ab
Risso, der 2024 mit dem GQ Global Creativity Award ausgezeichnet wurde, bringt seinen für Marni typischen, eigenwilligen Gestaltungsansatz in das Sortiment von GU ein. Die neue Herrenkollektion gliedert sich in die fünf Kategorien GU Minimal, GU Classic, GU Sport, GU Utility und GU Playful.
Mit knapp 80 Entwürfen fällt der Umfang der Kollektion groß genug aus, um auf einem eigenen Laufsteg präsentiert zu werden.
Das Segment GU Minimal konzentriert sich auf monochrome Farbtöne, Kunstlederjacken, maßgeschneiderte Hosen und klassische Hemden. Die Linie GU Classic greift mit Karohemden und Schlaghosen Einflüsse der US-amerikanischen Mode der 1970er-Jahre auf. Dagegen verbindet GU Utility funktionale Arbeitskleidung mit Cargo-Elementen für den Outdoor-Bereich. Der Bereich GU Sport orientiert sich an der Sportbekleidung der 1980er- und 1990er-Jahre mit Poloshirts, bunten Wendeshirts und schweren Sweatshirts, während GU Playful den Fokus auf Lagenlooks und weite Silhouetten legt.
Design-Kooperationen als Wachstumshebel im Fashion-Retail
Nach rund zwei Jahrzehnten am Markt strebt GU mit der Verpflichtung Rissos eine ähnlich internationale Expansion an, wie sie Uniqlo in den vergangenen Jahren gelungen ist. Die Entscheidung, einen etablierten Designer aus dem Luxussegment für eine erschwingliche Marke zu gewinnen, folgt einem bewährten Muster der Modebranche: Durch die Verbindung von namhafter Gestaltung mit niedrigen Verkaufspreisen versuchen Handelsketten, neue Käuferschichten zu erschließen.
Diese Strategie ermöglicht es Modemarken, modische Trends schneller umzusetzen und ein breiteres Publikum anzusprechen.
Während Uniqlo im Markt vor allem für schlichte Basiskleidung steht, deckt GU eine stärker trendgetriebene Nische ab. Für Konsumenten bedeutet dieser Ansatz, dass gestalterische Elemente aus dem High-Fashion-Bereich verstärkt im alltäglichen Bekleidungssegment Einzug halten.
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