Der Autobauer Stellantis hat im zweiten Quartal den Sprung zurück in die Gewinnzone geschafft. Angetrieben von einer Erholung im wichtigen nordamerikanischen Markt verzeichnete der Mutterkonzern von Marken wie Opel, Peugeot, Fiat und Jeep einen Nettogewinn von 293 Millionen Euro (rund 335 Millionen US-Dollar). Im gleichen Zeitraum des Vorjahres hatte noch ein hoher Verlust in den Büchern gestanden. Zwar verdreifachte sich das bereinigte operative Ergebnis auf 773 Millionen Euro, verfehlte jedoch die Erwartungen von Finanzanalysten. Daraufhin geriet die Aktie des Konzerns an den Börsen spürbar unter Druck.
- Stellantis erzielt im zweiten Quartal einen Nettogewinn von 293 Millionen Euro nach einem Vorjahresverlust von knapp 1,9 Milliarden Euro.
- Das bereinigte operative Ergebnis stieg auf 773 Millionen Euro, lag jedoch unter den Markterwartungen von 914 Millionen Euro.
- US-Importzölle belasten das Geschäft mit voraussichtlich mindestens einer Milliarde Euro im laufenden Jahr.
Die Vorgeschichte eines schmerzhaften Umbaus
Stellantis blickt auf eine von Verlusten und schwacher Nachfrage geprägte Phase zurück. Im vergleichbaren Vorjahreszeitraum büßte der Vielmarkenkonzern fast 1,9 Milliarden Euro ein, während der operative Gewinn auf 213 Millionen Euro eingebrochen war. Um den Konzern wieder auf Kurs zu bringen, leitete CEO Antonio Filosa eine umfassende Restrukturierung unter dem Namen „FaSTLAne 2030“ ein. Ergänzend kündigte Stellantis im Mai eine Partnerschaft mit der chinesischen Dongfeng Motor Corporation an, um die Präsenz auf dem asiatischen Markt neu zu ordnen.
Steigende Absätze in den USA sichern die Quartalszahlen
Die eingeleiteten Spar- und Restrukturierungsmaßnahmen zeigten im abgelaufenen Jahresviertel erste Erfolge. Der Umsatz kletterte gegenüber dem schwachen Vorjahreszeitraum um 13 Prozent auf 43,5 Milliarden Euro. Wesentlicher Treiber war die Region Nordamerika, wo der Absatz das vierte Quartal in Folge zulegte und ein Plus von sechs Prozent verzeichnete. Das bereinigte operative Ergebnis (Ebit) stieg von 213 Millionen auf 773 Millionen Euro, was einer operativen Marge von 1,8 Prozent entspricht. In der betriebswirtschaftlichen Analyse zeigt diese Marge, wie viel Cent Gewinn aus jedem Euro Umsatz nach Abzug der laufenden Betriebskosten verbleiben – ein Wert unter zwei Prozent verdeutlicht, dass die Ertragskraft trotz Erholung weiterhin auf niedrigem Niveau liegt.
Trotz des operativen Anstiegs verfehlte Stellantis die Prognose der Analysten von 914 Millionen Euro deutlich, was an den Finanzmärkten für Enttäuschung sorgte.
In der Folge gab die Stellantis-Aktie an der Börse in Mailand zeitweise um mehr als acht Prozent nach und verlor auch im US-Handel an Wert. Neben den verfehlten Ergebnissen blicken Investoren besorgt auf steigende Handelsbarrieren: US-Importzölle schlagen im laufenden Jahr mit voraussichtlich mindestens einer Milliarde Euro zu Buche. Dies trifft etwa das Modell Jeep Cherokee aus mexikanischer Produktion. Um die Marge zu schützen, begrenzt der Konzern bei diesem Modell gezielt die Fertigung einzelner Ausstattungslinien. Während der industrielle freie Cashflow mit einer Milliarde Euro die Schätzungen von Analysten übertraf, blieben die Verkäufe in Europa verhalten und im Asien-Pazifik-Raum rückläufig.
Produktion in China und bestätigte Jahresziele
Für den weiteren Jahresverlauf setzt das Management auf Kontinuität und hält an seiner Jahresprognose fest. Erwartet wird weiterhin ein Nettoumsatzwachstum im mittleren einstelligen Prozentbereich sowie eine bereinigte operative Marge im niedrigen einstelligen Bereich. Zudem treibt Stellantis seine Pläne in Asien voran: Im kommenden Jahr soll im chinesischen Wuhan die Produktion von Peugeot- und Jeep-Modellen im Rahmen der Partnerschaft mit Dongfeng anlaufen.
Für Investoren bedeutet das aktuelle Quartalsergebnis, dass Stellantis die akute Krise zwar vorerst hinter sich gelassen hat, der nachhaltige Turnaround aber noch Zeit benötigt.
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