Nach einer bisher vergleichsweise ruhigen Sommersaison kämpft Griechenland nun gegen eine Welle schwerer Waldbrände. Innerhalb von 24 Stunden brachen landesweit 51 neue Feuer aus, wie die heimische Feuerwehr mitteilte. Begünstigt durch heftige Sturmböen breiten sich die Flammen rasch aus und bedrohen neben Inseln wie Kreta auch die Peripherie der Hauptstadt Athen. In der westlich von Athen gelegenen Gemeinde Haidari sowie an Küstenorten wurden Evakuierungen angeordnet. Mindestens drei Feuerwehrmänner kamen im Verlauf dieser Woche bei den Löscharbeiten ums Leben.
- Innerhalb von 24 Stunden wurden in Griechenland 51 neue Waldbrände registriert.
- Starke Sturmböen von bis zu 88 km/h erschweren den Einsatz von Löschflugzeugen erheblich.
- Vor der Küste von Viotia wurden rund 200 Menschen per Schiff an einen Strand evakuiert.
- Mindestens drei Feuerwehrmänner sind in dieser Woche bei den Löscharbeiten gestorben.
Evakuierungen nahe Athen und auf den Inseln
Besonders angespannt ist die Lage im Großraum Athen. Die Flammen an einem Berg nahe der Vorstadt Haidari, rund elf Kilometer westlich des Stadtzentrums, führten zu einer partiellen Evakuierungsanordnung per Katastrophenschutz-SMS. Die Feuerwehr mobilisierte vor Ort mehr als 100 Einsatzkräfte, vier Löschflugzeuge und fünf Hubschrauber.
Auch in anderen Landesteilen verschärfte sich die Situation: Im küstennahen Viotia, etwa 85 Kilometer nordwestlich der Hauptstadt, brachten Küstenwache und Feuerwehr rund 200 Personen auf dem Seeweg in Sicherheit, nachdem Sommergäste eine Räumungsaufforderung ignoriert hatten.
Neben der Hauptstadtregion sind zahlreiche Inseln betroffen, darunter Paros, Kalymnos, Andros sowie Kreta. Auf Kreta verbrannten nach Auswertung von Copernicus-Satellitendaten allein am Mittwoch und Donnerstag südlich von Rethymno rund 4.500 Hektar Land. Ein Erfolg gelang den Einsatzkräften im östlichen Peloponnes, wo knapp 50 Feuerwehrleute ein Feuer stoppen konnten, bevor es die historische archäologische Stätte von Mykene erreichte.
Extreme Böen erschweren die Brandbekämpfung
Die Löscharbeiten werden durch die Wetterlage massiv behindert. Mit vorhergesagten Windgeschwindigkeiten von bis zu 88 km/h tragen Sturmböen Funken über weite Strecken weiter und lösen unvorhersehbare Brandherde abseits der Hauptfronten aus. Zudem hindern starke Böen die Löschflugzeuge stellenweise daran, auf dem Meer Wasser aufzunehmen.
Für Samstag gaben die Behörden die höchste Gefahrenstufe für den Großraum Athen, Teile des Peloponnes, Kreta, Zentralgriechenland und die Grenzregion zur Türkei heraus.
Aufgrund des starken Windes musste der Fährbetrieb zu einigen Urlaubsinseln unterbrochen werden. Für die Region bedeutet dies erhebliche Einschränkungen, da die Seewege in einem Inselstaat die zentrale Versorgungs- und Verkehrsader darstellen.
Geografische Hürden und internationale Lage
Dass Brände in der Ägäis schwer zu kontrollieren sind, liegt auch an der Geografie des Landes. Die Verteilung des Territoriums auf hunderte Inseln erschwert die schnelle Verlegung von Einsatzkräften und Gerät. Ministerpräsident Kyriakos Mitsotakis warnte vor diesem Hintergrund bereits vor weiteren schweren Tagen.
Im europäischen Vergleich war Griechenland in diesem Sommer bisher weitgehend verschont geblieben, während Frankreich und Spanien stark betroffen waren. Während sich die Lage in der französischen Region Bordeaux schrittweise verbessert und Großbrände in Spanien sowie in der benachbarten Türkei weitgehend eingedämmt werden konnten, trifft die Hitzewelle Griechenland nun mit voller Härte.




























