Eine dreifache Kombinationstherapie kann das Fortschreiten einer spezifischen Form von fortgeschrittenem Darmkrebs erheblich verzögern. Wie Ergebnisse der klinischen Studie COMMIT zeigen, senkt die Verabreichung des Immuntherapeutikums Atezolizumab zusammen mit einer FOLFOX6-Chemotherapie und dem Antikörper Bevacizumab das Risiko für ein Fortschreiten der Krankheit oder den Tod um 58 Prozent im Vergleich zu einer alleinigen Immuntherapie. Die im Journal of Clinical Oncology veröffentlichten Resultate beziehen sich auf Patienten mit metastasiertem Darmkrebs, deren Tumore die genetischen Merkmale dMMR oder MSI-H aufweisen.
- Eine Dreifachkombination aus Atezolizumab, FOLFOX6 und Bevacizumab reduziert das Progressions- oder Sterberiko um 58 Prozent.
- Das mittlere progressionsfreie Überleben stieg in der Studie von 5,3 auf 24,5 Monate.
- Etwa fünf Prozent aller Patienten mit metastasiertem Darmkrebs weisen die betroffenen Subtypen dMMR oder MSI-H auf.
Deutlicher Vorteil durch dreifachen Therapieansatz
Die randomisierte Studie verglich die alleinige Gabe des Checkpoint-Inhibitors Atezolizumab mit einer Kombination aus diesem Immuntherapeutikum, der modifizierten Chemotherapie FOLFOX6 und dem Gefäßwachstumshemmer Bevacizumab bei zuvor unbehandelten Patienten. Neben dem verringerten Progressionsrisiko verzeichnete die Forschungsgruppe signifikante Unterschiede beim progressionsfreien Überleben: Während Patienten unter der Monotherapie im Median 5,3 Monate ohne Krankheitsfortschritt blieben, erreichte die Gruppe mit der Kombinationstherapie einen Wert von 24,5 Monaten.
Zudem erhöhte sich die objektive Ansprechrate unter der Dreifachtherapie deutlich von 46 Prozent auf 86 Prozent. Eine vollständige Tumorrückbildung beobachteten die Prüfäffzte bei 36 Prozent der Betroffenen in der Kombinationsgruppe, verglichen mit 19 Prozent bei der alleinigen Immuntherapie.
Zielgerichtete Behandlung einer therapieresistenten Untergruppe
Etwa fünf Prozent aller Patienten mit metastasiertem Darmkrebs leiden an Tumoren mit Fehlern in den DNA-Reparaturmechanismen (dMMR) oder hoher Mikrosatelliteninstabilität (MSI-H).
Bei solchen Tumoren kann die Erbgutreparatur der Zelle Fehler beim Kopieren der DNA nicht korrekt beheben. Dieser Subtyp spricht zwar grundsätzlich gut auf Immuntherapien an, da die geschädigten Zellen vom Abwehrsystem leichter erkannt werden. Dennoch kommt es bei rund einem Drittel der Betroffenen zu einer primären Resistenz oder einem frühen Fortschreiten der Erkrankung unter einer Einzelwirkstoff-Immuntherapie.
Die Hinzunahme der Chemotherapie und des Antikörpers Bevacizumab soll diese anfängliche Therapieresistenz überwinden. Caio Max Sao Pedro Rocha Lima von der Wake Forest University School of Medicine, Hauptprüfarzt der COMMIT-Studie, erklärte, dass die Kombination nicht nur das progressionsfreie Überleben verlängere, sondern auch die Zahl der Patienten drastisch reduziere, bei denen die Krankheit trotz Behandlung direkt weiter fortschreite.
Impulse für künftige Behandlungsstandards in der Onkologie
Die Ergebnisse der COMMIT-Studie liefern Belege für den Einsatz einer Kombinationstherapie bereits in der Erstlinienbehandlung dieser speziellen Patientengruppe.
Für die klinische Praxis bedeuten die Daten eine wichtige Grundlage zur Anpassung bisheriger Therapiestrategien.
Michael Overman vom MD Anderson Cancer Center der Universität von Texas betonte die Notwendigkeit weiterer klinischer Untersuchungen und Kooperationen, um Behandlungen zu identifizieren, die Betroffenen den größtmöglichen klinischen Nutzen bieten.




























