Nachdem sich der US-Automobilhersteller Ford in den vergangenen Jahren weitgehend aus dem klassischen Pkw-Segment zurückgezogen hat, ist der Ford Mustang das letzte traditionelle Modell der Marke im Angebot. Während SUVs und Pick-ups das Portfolio dominieren, rückt der Sportwagen-Klassiker überraschend als Alltagsoption für Familien in den Blickpunkt. Ein genauerer Blick auf die Daten des aktuellen Fastback-Modells zeigt jedoch ein zwiespältiges Bild: Neben moderner Fahrassistenz und ordentlichen Verbrauchswerten beim Vierzylinder-Motor stehen deutliche Einschränkungen bei der Sicherheit auf den Rücksitzen sowie beim Platzangebot gegenüber.
- Der Ford Mustang ist das letzte verbliebene Pkw-Modell von Ford abseits von SUVs und Pick-ups.
- Fünf Sterne im NHTSA-Crashtest stehen Schwächen bei der Kindersitz-Befestigung im IIHS-Test gegenüber.
- Der 2,3-Liter-EcoBoost-Motor leistet 315 PS und ist auf der Langstrecke sparsamer als manche US-Großraumlimousinen.
Fords Strategiewechsel hinterlässt den Mustang als einzigen Pkw
Vor fünf Jahren entschied der US-Konzern Ford, sich aus dem traditionellen Limousinen-Segment zurückzuziehen. Seitdem prägen Crossover, SUVs und Pick-ups das Modellangebot des Herstellers. Der seit dem Modelljahr 2024 in der aktuellen Generation erhältliche Ford Mustang Fastback verbleibt dadurch als einziges klassisches Pkw-Modell im Sortiment. Wer heute ein Auto der Marke abseits von Geländewagen und Nutzfahrzeugen sucht, landet zwangsläufig bei dem zweitürigen Coupé.
Die Bewertung des aktuellen Sportwagens im Alltagsbetrieb
In der Fahrpraxis zeigt die aktuelle Generation des Mustang Stärken und Schwächen. Beim US-Crashtest der Transportsicherheitsbehörde NHTSA erzielt das Modell für 2026 die Höchstbewertung von fünf Sternen im Gesamtergebnis sowie in den Kategorien Frontal- und Seitencrash sowie Überschlagssicherheit. Das Versicherungsinstitut IIHS zieht jedoch ein kritischeres Fazit: Das Fahrzeug verpasste die Auszeichnung als „Top Safety Pick“. Zudem bewertete das IIHS die LATCH-Verankerungen für Kindersitze (in Europa vergleichbar mit dem ISOFIX-System) lediglich als mangelhaft, da die tief im Sitzpolster verborgenen Ösen das Anbringen erschweren. Das Institut verweist zudem darauf, dass das Todesrisiko bei Unfällen auf den Rücksitzen um 46 Prozent höher sein kann als auf den Vordersitzen.
Im Segmentvergleich der Verbraucherorganisation Consumer Reports belegt der Mustang bei der vorhergesagten Zuverlässigkeit den zweitschlechtesten Platz und verzeichnet bisher drei Rückrufe.
Serienmäßig bietet das Fahrzeug moderne Assistenzsysteme wie Spurhalteassistent, Totwinkel-Warner, Querverkehrswarner hinten, Notbremsassistent und Einparkhilfe hinten; ein adaptiver Tempomat ist optional erhältlich. Unter der Haube leistet der 2,3-Liter-EcoBoost-Motor 315 PS (ca. 232 kW) und liefert ein Drehmoment von 350 lb-ft (ca. 475 Nm). Von 0 auf 60 mph (ca. 96 km/h) beschleunigt der Sportwagen in 4,5 Sekunden. Mit EPA-Verbrauchswerten von 22 mpg innerorts, 33 mpg außerorts und 26 mpg kombiniert schlägt der Mustang auf US-Highways einige konventionelle Minivans wie den Honda Odyssey oder den Standard-Chrysler Pacifica um mehrere Meilen pro Gallone.
Platztechnisch stößt der Fastback im Alltag jedoch an Grenzen: Den Passagieren im Fond stehen lediglich etwa 74 Zentimeter Beinfreiheit (29 Zoll) und rund 88 Zentimeter Kopffreiheit (34,8 Zoll) zur Verfügung. Das Einstellen oder Anschnallen von Kindersitzen gestaltet sich dadurch extrem eng.
Der Kofferraum fasst etwa 382 Liter (13,5 Kubikfuß), lässt sich zwar durch umklappbare Rücksitze erweitern, wird von Testern wegen seiner Form jedoch als eingeschränkt praxistauglich beschrieben.
Künftige Modellvarianten und Entwicklungen im Markt
Während Gerüchte über eine mögliche viertürige Mustang-Limousine in der Branche anhalten, verweist Ford für geräumigere oder rein elektrische Alternativen vorerst auf den viertürigen Crossover Mustang Mach-E. Beim Vergleiche mit aktuellen Großraumlimousinen zeigt sich zudem der Vorsprung alternativer Antriebe: Plug-in-Hybride wie der Chrysler Pacifica erreichen rein elektrische Reichweiten von rund 51 Kilometern (32 Meilen), während Vollhybride wie der Toyota Sienna im Testzyklus noch deutlich sparsamer abschneiden als der Verbrenner-Mustang.
Würden Sie einen zweitürigen Sportwagen im Alltag mit Familie nutzen oder kommen dafür nur Klassiker wie SUV und Kombi infrage? Teilen Sie Ihre Meinung in den Kommentaren!




























