In Guatemala ist der hochaktive Feuervulkan (Volcán de Fuego) erneut ausgebrochen und hat eine kilometerhohe Säule aus Asche, Gasen und Lavafragmenten in den Himmel geschleudert. Die Katastrophenschutzbehörde Conred sowie das nationale Institut für Seismologie und Vulkanologie warnten vor einer besonders intensiven Eruptionsphase des knapp 3.800 Meter hohen Vulkans, der rund 40 Kilometer südwestlich der Hauptstadt Guatemala-Stadt liegt. Aus den umliegenden Dörfern wurden bereits mehr als 1.400 Menschen vorsorglich in Notunterkünfte gebracht. Insbesondere wegen des Ascheregens sind nach Behördenangaben insgesamt rund 29.000 Anwohner in der Region von den Auswirkungen betroffen.
- Der Feuervulkan nahe Guatemala-Stadt stößt eine mehrere Kilometer hohe Asche- und Lavasäule aus.
- Mehr als 1.400 Menschen wurden in Notunterkünfte evakuiert, der Schulunterricht wurde ausgesetzt.
- Die Polizei sperrte den Zugang zum Nachbarvulkan Acatenango wegen leichtsinniger Schaulustiger.
Gefahr durch pyroklastische Ströme und Ascheregen
Nach Angaben des Katastrophenschutzes steigt die Aschesäule vier bis fünf Kilometer hoch auf. Die Aschewolken breiten sich bis zu 120 Kilometer in westlicher und nordwestlicher Richtung aus, was zu Beeinträchtigungen des Flugverkehrs führen kann. Für besonders betroffene Verwaltungsbezirke wie Chimaltenango, Suchitepéquez und Escuintla wurde die höchste Alarmstufe Rot ausgerufen. Zudem wurde der Schulunterricht in den gefährdeten Gebieten vorsorglich abgesagt.
Besonders gefährlich sind die pyroklastischen Ströme – glühend heiße Gemische aus Gasen, Asche und Gesteinsbrocken, die rasend schnell die Hangschluchten an der Südostflanke hinabgleiten.
Im Gegensatz zu langsam fließenden Lavaströmen stellen pyroklastische Ströme die größte unmittelbare Gefahr bei Vulkanausbrüchen dar. Da sie hohe Geschwindigkeiten erreichen und extrem heiß sind, bleibt den Menschen im direkten Pfad kaum Reaktionszeit. Die Katastrophenschutzbehörde rief die Bevölkerung daher auf, sich von Schluchten fernzuhalten und Notfallpläne zur Selbstevakuierung zu aktivieren.
Schaulustige bringen sich trotz Warnungen in Gefahr
Während Rettungskräfte die Evakuierung der Anwohner organisierten, sorgten Berichte über Schaulustige für Beunruhigung. Trotz eines bestehenden Aufstiegsverbots begaben sich Touristen auf den benachbarten Vulkan Acatenango, um von dort aus Aufnahmen des spektakulären Naturschauspiels für soziale Netzwerke wie TikTok zu machen. Die Nationale Zivilpolizei griff daraufhin ein und sperrte den Zugang zum Nachbarvulkan komplett ab, um lebensgefährliche Situationen zu verhindern.
Ein dauerhaftes Risiko am Pazifischen Feuerring
Der Feuervulkan zählt zu den aktivsten Vulkanen Mittelamerikas. Er liegt auf dem sogenannten Pazifischen Feuerring, einer hufeisenförmigen Zone entlang des Pazifischen Ozeans, die für ihre hohe seismische und vulkanische Aktivität bekannt ist. Hier treffen verschiedene tektonische Platten aufeinander, was regelmäßig zu Erdbeben und Vulkanausbrüchen führt.
Die Region wird immer wieder von schweren Eruptionen heimgesucht. Bereits im vergangenen Jahr kam es zu größeren Ausbrüchen, die Evakuierungen nach sich zogen. Wie gefährlich der Feuervulkan ist, zeigte sich im Jahr 2018, als bei einer verheerenden Eruption rund 200 Menschen ihr Leben verloren und ganze Ortschaften unter glühender Asche begraben wurden.




























