Nach einer mehrtägigen Kampfpause ist der militärische Konflikt im Nahen Osten erneut eskaliert. Das US-Zentralkommando CENTCOM und das saudi-arabische Verteidigungsministerium gaben gemeinsame Präzisionsschläge gegen pro-iranische Milizen im östlichen Irak bekannt. Dem gingen laut US-Militär ein abgefangener iranischer Raketenangriff auf US-Truppen sowie mehr als 30 Drohnenattacken irantreuer Gruppen auf saudi-arabische Ölanlagen voraus. Während Washington und Riad ihr Vorgehen als notwendige Reaktion verteidigen, dementiert Teheran angebliche Verhandlungen über eine Beilegung des Konflikts, und irakische Milizgruppierungen drohen mit Vergeltung.
- US-Streitkräfte und Saudi-Arabien haben Waffen- und Logistiklager pro-iranischer Milizen im Ostirak bombardiert.
- Die US-Flugabwehr fing zuvor mehrere aus dem Iran abgefeuerte ballistische Raketen ab.
- Teheran widersprach Aussagen von US-Präsident Donald Trump über angebliche Direktverhandlungen.
Riad betont Recht auf Selbstverteidigung gegen Milizen
Das saudi-arabische Verteidigungsministerium bestätigte die Teilnahme an den Luftangriffen und begründete den Schritt mit vorangegangenen Angriffen auf Energieanlagen in den Regionen Scharqiyya und Riad. Das Königreich betonte in einer Stellungnahme auf der Plattform X sein Recht auf Selbstverteidigung.
„Das Königreich betont, dass es keine Eskalation sucht, aber auf jede Aggression reagieren wird“, hieß es aus dem Ministerium in Riad.
Sprecher Turki al-Maliki machte von Teheran unterstützte Gruppierungen für die jüngsten Drohnenangriffe verantwortlich. Auch das US-Regionalkommando CENTCOM erklärte, die Militärschläge seien eine direkte Antwort auf mehr als 30 Drohnenangriffe der vergangenen 72 Stunden gewesen, die von den iranischen Revolutionsgarden (IRGC) gesteuert worden seien. Die IRGC und ihre Stellvertreter müssten diese Attacken umgehend einstellen, um weitere militärische Reaktionen der USA zu vermeiden.
Die beschuldigten Gruppen reagierten prompt. Der Zusammenschluss pro-iranischer Milizen, der „Islamische Widerstand im Irak“, bezeichnete die Vorwürfe aus Riad als „Erfindungen“. Die Anschuldigungen dienten lediglich dazu, die eigene Unfähigkeit zu kaschieren, auf Angriffe der jemenitischen Huthi-Miliz zu reagieren. Für den Fall saudi-arabischer Militäraktionen auf irakischem Territorium drohte die Gruppierung mit einer „harten“ Antwort.
Widersprüchliche Signale aus Washington und Teheran
Die erneuten Angriffe beendeten eine mehrtägige Ruhephase im Konflikt. US-Präsident Donald Trump hatte das vorübergehende Aussetzen der US-Luftangriffe damit begründet, Raum für diplomatische Gespräche schaffen zu wollen. In einem Interview mit dem US-Portal „Axios“ sprach Trump von „sehr tiefgehenden Verhandlungen mit dem Iran“ und sah Chancen für eine Einigung.
Aus Teheran folgte jedoch umgehend ein Dementi. Der iranische Außenamtssprecher Esmaeil Bakaei stellte klar, dass zwar Vermittler Botschaften übermittelten, direkte Gespräche jedoch nicht stattfänden:
„Derzeit stehen wir jedoch in keinerlei Verhandlungen mit den Vereinigten Staaten.“
US-Medienberichten zufolge könnten neben diplomatischen Bemühungen auch logistische Gründe für die Gefechtspause eine Rolle gespielt haben. So gebe es innerhalb der US-Führung wachsende Sorgen über schwindende Reserven an Flugabwehr-Munition, insbesondere bei Systemen wie „Patriot“.
Strategische Allianzen und regionale Spannungen
Vor den jüngsten Militärschlägen empfing Trump den israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu zu einem 90-minütigen Gespräch im Weißen Haus. Nach dem Treffen sprach die US-Regierung von einer „positiven und produktiven“ Unterredung. Netanjahu nannte die Begegnung in einer Videobotschaft „eines der besten Gespräche“, die er je mit dem US-Präsidenten geführt habe, und betonte die gemeinsame Zielsetzung, eine nukleare Aufrüstung des Iran zu verhindern.
Die Welle der Rolled-Over-Eskalation bringt auch Nachbarstaaten in Bedrängnis. Pakistan, das enge militärische Verbindungen zu Saudi-Arabien unterhält und zugleich eine lange Grenze mit dem Iran teilt, versucht eine neutrale Vermittlerrolle einzunehmen. Angesichts von Angriffen der Huthi-Miliz auf Öltanker im Roten Meer wächst jedoch der Druck auf Partnerstaaten, defensive Hilfe beim Schutz kritischer Infrastruktur zu leisten.




























