Es war ein Geduldsspiel der historischen Sorte, doch am Ende feierte Spanien den ganz großen Triumph. Nach der Verlängerung erlöste Ferran Torres die Spanier mit seinem Treffer zum 1:0-Sieg gegen Titelverteidiger Argentinien. „Ehrlich gesagt habe ich nicht viel nachgedacht“, gestand der Matchwinner nach dem Abpfiff glücklich. „Ich habe nur gesehen, wie der Ball auf mich zukam, und habe ihn mit der Wucht des gesamten spanischen Volkes im Tor versenkt.“ Für Spanien ist es der zweite Weltmeistertitel nach 2010. Nationaltrainer Luis de la Fuente, der mit 65 Jahren zum ältesten Trainer der WM-Geschichte mit einem Titelgewinn aufstieg, betonte den Teamgeist: „Wir sind Weltmeister. Nur gemeinsam haben wir diese Stufe erreicht.“
- Zweiter WM-Titel: Spanien krönt sich nach 2010 erneut zum Weltmeister und komplettiert das Double aus EM- und WM-Titel.
- Historische Dominanz: Spanien gab im Finale 20 Schüsse ab, während Argentinien bis zur 116. Minute ohne einzigen Torschuss blieb.
- Torres als Matchwinner: Ferran Torres erzielte nach Vorarbeit von Nico Williams das entscheidende Tor.
- Tragischer Abschied: Für den 39-jährigen Lionel Messi bedeutete die Niederlage das wohl bittere Ende seiner glanzvollen WM-Karriere.
Ein Finale der vergebenen Chancen und langen Wartezeiten
Das Endspiel im MetLife Stadium in East Rutherford, New Jersey, verlangte den Spielern bereits vor dem Anpfiff und in der Pause alles ab. Erst verzögerte sich der Spielbeginn unter anderem wegen einer Rede von US-Schauspieler Tom Cruise. In der Halbzeitpause folgte ein Novum der WM-Geschichte: Eine gigantische Show im Super-Bowl-Stil mit Auftritten von Madonna, Justin Bieber und der K-Pop-Gruppe BTS verlängerte die Kabinenzeit der Teams auf fast die doppelte Länge der regulären 15 Minuten.
Auf dem Platz dominierte von Beginn an nur eine Mannschaft. Spanien kontrollierte das Geschehen mit gewohntem Pressing und kam bereits in der ersten Halbzeit auf 62 Prozent Ballbesitz. Der argentinische Superstar Lionel Messi lief weitgehend im Leeren und verzeichnete in den ersten 45 Minuten lediglich einen einzigen Ballkontakt. Dass Argentinien überhaupt so lange im Spiel blieb, verdankte die „Albiceleste“ einzig ihrem Torhüter Emiliano „Dibu“ Martínez, der trotz eines gebrochenen Fingers an der rechten Hand über sich hinauswuchs und insgesamt elf Paraden zeigte.
Während Spanien Chance um Chance vergab, blieb Argentinien über die gesamte reguläre Spielzeit von 90 Minuten ohne einen einzigen Torschuss.
Rot gegen Fernandez bringt die Entscheidung in der Verlängerung
Die ohnehin schwierige Aufgabe für die Südamerikaner wurde kurz vor dem Ende der regulären Spielzeit noch härter. Nach einem harten Foul an Pau Cubarsi sah der argentinische Mittelfeldspieler Enzo Fernandez in der Nachspielzeit die Gelb-Rote Karte. In Unterzahl verteidigte Argentinien das Unentschieden mit letzter Kraft in die Verlängerung. Ein vermeintlicher Treffer des Spaniers Nico Williams Jr. kurz vor der 100. Minute wurde wegen eines vorangegangenen Fouls von Mikel Merino noch zurückgenommen.
In der Verlängerung war der Bann schließlich gebrochen: Nach einer Flanke von Pedro Porro legte Nico Williams den Ball per Kopf quer, und Ferran Torres hämmerte das Leder per Halbvolley unhaltbar an Martínez vorbei ins Netz. Argentinien konnte nicht mehr antworten und verpasste damit die Chance, als erstes Team seit Brasilien 1962 den WM-Titel erfolgreich zu verteidigen. Für Lionel Messi endet die Ära auf der Weltbühne mit einer bitteren Enttäuschung, während Spanien mit nur einem einzigen Gegentreffer im gesamten Turnierverlauf eine historisch stabile Defensive präsentierte.
War Spaniens Triumph am Ende die logische Konsequenz ihrer spielerischen Dominanz, oder hätte Argentinien mit etwas mehr Glück die Sensation in Unterzahl geschafft? Diskutieren Sie mit uns in den Kommentaren!























