Mit überschwänglichen Versprechungen und scharfer Kritik im Rücken verwandelt sich die US-Hauptstadt Washington in eine Rennstrecke für den „Freedom 250 Grand Prix“. US-Präsident Donald Trump kündigte ein Spektakel an, das die Welt „noch nie gesehen“ habe und das eines der unvergesslichsten Rennerlebnisse überhaupt werde. Der 2,7 Kilometer lange Stadtkurs rund um die National Mall dient als Höhepunkt der Feierlichkeiten zum 250. Jahrestag der US-Unabhängigkeit. Bevor 25 Fahrer auf dem Kurs an den Start gehen, wird der Präsident persönlich mit seiner gepanzerten Limousine „The Beast“ eine Ehrenrunde drehen und das Rennen mit der grünen Flagge freigeben.
- Präsident Trump kündigte das Rennen als unvergessliches Ereignis an und fährt persönlich eine Ehrenrunde.
- Verkehrsminister Duffy vergleicht das Event mit historischen Pferderennen unter Thomas Jefferson im Jahr 1801.
- Kritiker befürchten eine politische Vereinnahmung und prangern massive Beeinträchtigungen im Stadtgebiet an.
Regierungsmitglieder ziehen historische Vergleiche
Unter der Parole, die „amerikanische Größe“ zu feiern, hatte Trump bereits im Januar per Dekret den Grundstein für das Motorsport-Event gelegt. Die Rhetorik der Befürworter greift hoch: US-Verkehrsminister Sean Duffy erklärte, Washington habe einen solchen Wettbewerb nicht mehr erlebt, seit der dritte US-Präsident Thomas Jefferson im Jahr 1801 das 25-jährige Bestehen des Landes mit Pferderennen feiern ließ. Für Trump reiht sich der Grand Prix in eine Serie von Sportveranstaltungen ein, nachdem er zuvor bereits UFC-Kämpfe auf dem Rasen des Weißen Hauses sowie die sogenannten Patriot Games austragen ließ.
Die Streckenführung bringt die Hauptstadt zum Stillstand
Der Kurs umfasst sieben Kurven, führt an Wahrzeichen wie dem Kapitol und den Smithsonian-Museen vorbei und erlaubt den Boliden Geschwindigkeiten von bis zu 298 Kilometern pro Stunde. Die Vorbereitungen sorgen jedoch für erhebliche Unruhe in der Bevölkerung.
Örtliche Behörden forderten die Einwohner von Washington ausdrücklich dazu auf, sich während des gesamten Wochenendes von der Gegend fernzuhalten.
Sperrungen und der Aufbau von Hospitality-Suiten führen seit Wochen zu Verkehrsbehinderungen, obwohl der Kongress pausiert und die Schulen geschlossen sind. Neben Denkmalschützern befeuern auch Trumps Verbindungen zum Rennserien-Eigner Penske die Debatte. Zwar wird das Rennen offiziell von der IndyCar-Organisation in Abstimmung mit der Taskforce der Regierung durchgeführt, doch Kritiker werfen Trumps Initiative vor, die vom Kongress geschaffene parteiübergreifende Organisation America250 zu untergraben und vor allem Trumps politische Agenda zu bedienen.
Prominenz trifft auf Sportereignis von hoher Tragweite
Insgesamt 147 Runden müssen die Piloten auf dem temporären Stadtkurs absolvieren, um den 15. Saisonlauf der US-Motorsportserie zu entscheiden.
Neben Politikern werden prominente Gäste wie Joe Rogan, Shane Gillis und Tony Hinchcliffe an der Strecke erwartet. Für die Rennserie bedeutet der Lauf in der Hauptstadt eine immense Medienpräsenz. Für die Bürgerinnen und Bürger vor Ort überwiegen jedoch die Einschränkungen.
Für den Präsidenten bietet das motorsportliche Großevent eine weitere Bühne, um sich kurz vor dem Jahrestag mitten im Zentrum der Macht zu inszenieren.
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