Die Behörden im US-Bundesstaat Nevada haben den Weg für den kommerziellen Betrieb autonomer Taxis geebnet. Nach einer Entscheidung der Nevada Transportation Authority erhielten Tesla, die Alphabet-Tochter Waymo und der Fahrdienstleister Uber Lizenzen als sogenannte „Autonomous Vehicle Network Companies“. Damit dürfen diese Unternehmen im Clark County, zu dem auch die Metropole Las Vegas gehört, künftig Gebühren für Fahrten in fahrerlosen Robotaxis verlangen. Bislang waren autonome Fahrzeuge dort vor allem für Tests zugelassen.
- Die Verkehrsbehörde von Nevada erlaubt Tesla, Waymo und Uber kostenpflichtige Robotaxi-Fahrten im Clark County.
- Tesla darf theoretisch bis zu 5.000 Fahrzeuge innerhalb von zwölf Monaten einsetzen, strebt jedoch 2.500 Taxis bis 2027 an.
- Waymo und Uber erhielten Genehmigungen für jeweils 1.000 fahrerlose Fahrzeuge.
Lange Testphasen ebneten den Weg zum Kommerzbetrieb
Der Bundesstaat Nevada dient der Automobil- und Tech-Branche bereits seit längerer Zeit als Erprobungsraum für autonome Fahrsysteme. Bereits im Juli hatte Waymo dort die Erlaubnis erhalten, Fahrzeuge komplett ohne menschliche Sicherheitsfahrer auf die Straßen von Las Vegas zu schicken. Diese Fahrten dienten jedoch primär Testzwecken und durften nicht direkt gegenüber Passagieren abgerechnet werden. Parallel trieben die Anbieter ihre Flottenpläne voran: Tesla bereitet neben dem Einstieg in Nevada auch den Start seines „Cybercab“ im texanischen Austin vor, während Uber für seinen autonomen Dienst mit Amazon Zoox und Hyundais Tochterfirma Motional zusammenarbeitet.
Die Behörde teilt Kontingente für Tausende Fahrzeuge zu
Mit den Beschlüssen im Nachgang einer Sitzung vom 20. August leitet die Nevada Transportation Authority nun den kommerziellen Regelbetrieb ein.
Das erteilte Zertifikat gestattet es den Anbietern, zahlende Kundschaft durch das gesamte Clark County zu befördern. Tesla sicherte sich dabei die Genehmigung für maximal 5.000 Robotaxis im ersten Jahr. Die Lizenz des Herstellers gilt grundsätzlich bundesweit in Nevada, sofern Erweiterungen der Behörde gemeldet werden. Nach Bekanntwerden der behördlichen Zustimmung verzeichnete die Tesla-Aktie an der Börse Kursgewinne. Waymo erhielt eine Zulassung für 1.000 kostenpflichtige Robotaxis. Gleiches gilt für Uber: Der Leiter des Bereichs für autonome Mobilität bei Uber, Sarfraz Maredia, bestätigte die Genehmigung für ebenfalls 1.000 Fahrzeuge.
Sicherheitsschulungen und vorsichtiger Flottenaufbau folgen
Trotz der hohen Obergrenzen planen die Unternehmen einen schrittweisen Ausbau. In einer Fragerunde mit der Behörde stellte Tesla klar, dass die Zahl von 5.000 Fahrzeugen lediglich das Maximum darstelle. Das Unternehmen wäre sehr zufrieden, wenn bis zum Jahr 2027 etwa 2.500 Robotaxis auf Nevadas Straßen unterwegs wären. Zudem stimmt sich Tesla aktuell mit den örtlichen Strafverfolgungsbehörden ab, um ein fünfminütiges Anleitungsvideo für Ersthelfer zu erstellen. Dieses soll Rettungskräften erklären, wie bei Notfällen mit fahrerlosen Autos vorzugehen ist.
Für Fahrgäste in Las Vegas bedeutet die Entscheidung, dass im kommenden Jahr deutlich mehr Taxis ohne menschliches Fahrpersonal im Straßenbild auftauchen werden.
Für die Betreiber wiederum markiert die Genehmigung den Übergang von kostenintensiven Testflotten zu einem potenziell profitablen Geschäftsmodell.
Würden Sie in Las Vegas in ein völlig fahrerloses Taxi steigen? Teilen Sie Ihre Gedanken in den Kommentaren!




























