Kaffee gehört im deutschsprachigen Raum zu den beliebtesten Alltagsgetränken. Eine umfangreiche Langzeitstudie des Cedars-Sinai Medical Center liefert nun neue Erkenntnisse für Kaffeetrinker in Deutschland, Österreich und der Schweiz: Der regelmäßige Konsum des Heißgetränks ist mit einem signifikant geringeren Risiko für schwere Lebererkrankungen verbunden. Die im Fachjournal Clinical Gastroenterology and Hepatology veröffentlichte Untersuchung wertete Daten von knapp 355.000 Erwachsenen über einen Zeitraum von im Schnitt 13 Jahren aus. Dabei zeigten sich bei Kaffeetrinkern seltener Leberfett, Entzündungen und Vernarbungen.
- Teilnehmer mit hohem Kaffeekonsum wiesen ein um 47 Prozent geringeres Risiko für Leberkrebs auf.
- Sowohl koffeinhaltiger als auch entkoffeinierter Kaffee zeigten leberschützende Zusammenhänge.
- Die stärksten positiven Effekte traten bei einem Konsum von drei bis vier Tassen täglich auf.
Studiendaten offenbaren deutlichen Rückgang von Lebererkrankungen
Für die Untersuchung nutzten die Forscher Daten der britischen UK Biobank von insgesamt 354.957 Teilnehmern, die zu Beginn der Erhebung weder an einer Leberzirrhose noch an Leberkrebs litten. Über die Verknüpfung von Medizindaten beobachtete das Team Neuerkrankungen und Todesfälle infolge von Leberleiden.
Die Auswertung ergab, dass Kaffeetrinker im Vergleich zu Nicht-Kaffeetrinkern durchgehend bessere Leberwerte und ein geringeres Krankheitsrisiko aufwiesen. Bereits bei ein bis zwei Tassen pro Tag deuteten sich Vorteile an, während die stärksten Zusammenhänge bei etwa drei bis vier Tassen täglich festgestellt wurden.
Teilnehmer mit einem Konsum von fünf oder mehr Tassen pro Tag wiesen ein um 32 Prozent geringeres Risiko für Leberzirrhose, ein um 47 Prozent geringeres Risiko für Leberkrebs und ein um 42 Prozent geringeres Risiko auf, an einer Lebererkrankung zu sterben.
MRT-Scans und Blutanalysen bestätigen biologische Mechanismen
Neben den reinen Erkrankungszahlen untersuchten die Wissenschaftler auch MRT-Scans der Leber sowie spezifische Blutproteine. Bei Personen mit höherem Kaffeekonsum zeigten die Bildgebungen geringere Mengen an Leberfett, Eisenablagerungen, Gewebevernarbungen (Fibrose) und Entzündungen. Zudem wies ihr Blut ein Proteinmuster auf, das mit gesünderer Leberfunktion in Verbindung steht.
Wie der Erstautor der Studie, Hyunseok Kim vom Cedars-Sinai Medical Center, erläuterte, liefert die Kombination aus Langzeitdaten, Bildgebung und molekularen Analysen wichtige Hinweise auf die zugrundeliegenden biologischen Prozesse. Da sowohl koffeinhaltiger als auch entkoffeinierter Kaffee ähnliche Verknüpfungen zeigten, gehen die Forscher davon aus, dass Koffein nicht der einzige wirksame Inhaltsstoff ist.
Kaffee ersetzt keine gesunde Lebensweise
Für die Prävention von Lebererkrankungen bedeuten diese Erkenntnisse jedoch keinen Freibrief. Bei der Untersuchung handelt es sich um eine Beobachtungsstudie, die zwar statistische Zusammenhänge aufzeigt, aber keinen direkten ursächlichen Beweis liefert. Die Studienautoren betonen daher, dass Kaffee kein Ersatz für etablierte Maßnahmen zum Schutz der Leber ist.
Der leitende Autor Ju Dong Yang empfiehlt keinesfalls, gezielt mit dem Kaffeetrinken zu beginnen, nur um die Leber zu schützen. Im Vordergrund der Vorsorge stehen weiterhin ein gesundes Körpergewicht, eine Begrenzung des Alkoholkonsums, regelmäßige Bewegung sowie die Kontrolle von Blutzucker, Blutdruck und Cholesterin. Personen mit unkontrolliertem Bluthochdruck, Herzrhythmusstörungen, Angststörungen oder Schlafproblemen sollten ihren Koffeinkonsum zudem vorher ärztlich abklären.
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