US-Präsident Donald Trump hat bei einem Besuch im US-Bundesstaat Michigan seine Handelspolitik und Maßnahmen zur Stärkung der heimischen Industrie verteidigt. Bei seinem Auftritt auf einem Testgelände des Automobilkonzerns General Motors in Milford betonte Trump die Schaffung von Arbeitsplätzen sowie die Anwerbung ausländischer Investitionen im Automobilsektor. Der Besuch fällt in eine wirtschaftlich und politisch angespannte Phase kurz vor den Vorwahlen Anfang August. Trotz der Zusagen der Regierung leidet die Wirtschaft des strategisch wichtigen Bundesstaates unter den jüngst verschärften US-Zöllen auf kanadische Importe sowie unter gestiegenen Kraftstoffpreisen.
- Präsident Trump verteidigte bei General Motors in Milford seine Industriepolitik und neue Abgaben auf Importe.
- Umfragen zufolge liegt die Zustimmung für den US-Präsidenten in Michigan derzeit bei nur noch 33 Prozent.
- Der Handelskonflikt mit Kanada belaste die regionale Wirtschaft und überschattet das Grenzprojekt der Gordie-Howe-Brücke.
Neue Zölle und hohe Preise belasten die Wirtschaft im Autostaat
Trump nutzte seinen dritten Besuch in Michigan während seiner zweiten Amtszeit, um Erfolge beim Neuaufbau der US-Fertigung hervorzuheben. Nach Angaben des Weißen Hauses habe die Regierung Milliarden-Investitionen im Bundesstaat angestoßen und den Ausbau der großen US-Autobauer GM, Ford und Stellantis gefördert. Vor Anhängern erklärte der Präsident, es würden mehr Autofabriken als je zuvor im Land gebaut.
Gleichzeitig verschärfen die von Washington beschlossenen Sonderabgaben – darunter Zölle von bis zu 50 Prozent auf Waren aus Kanada – die wirtschaftliche Unsicherheit vor Ort. Da die Wirtschaft in Michigan eng mit dem kanadischen Markt verflochten ist, treffen die Abgaben Schlüsselbranchen direkt. Hinzu kommen steigende Benzinpreise und eine anhaltende Inflation.
Die Verflechtung der US-Autoindustrie mit kanadischen Zulieferern führt dazu, dass zusätzliche Abgaben direkt auf die Produktionskosten in Michigan durchschlagen.
Die Spannungen beeinträchtigten zuletzt auch das Prestigeprojekt der 4,7 Milliarden US-Dollar (rund 4,3 Milliarden Euro) teuren Gordie-Howe-Grenzbrücke zwischen Detroit und Windsor. Kanada hielt am Freitag ein eigenes Event zur Eröffnung ab, nachdem eine geplante gemeinsame Zeremonie wegen der neuen US-Zölle und Streitigkeiten über Brückengebühren abgesagt worden war.
Sinkende Umfragewerte gefährden die Zuversicht der Republikaner
Für den Präsidenten steht in dem umkämpften Bundesstaat viel auf dem Spiel. Eine Umfrage des Instituts EPIC-MRA wies für Trump zuletzt eine Zustimmungsrate von lediglich 33 Prozent in Michigan aus – ein deutlicher Rückgang gegenüber den knapp 49,7 Prozent, mit denen er den Staat bei der Präsidentschaftswahl 2024 für sich entschieden hatte.
Politikwissenschaftler führen den Stimmungsumschwung vor allem auf die alltäglichen Lebenshaltungskosten zurück. Während die Ankündigung neuer Fabrikbauten langfristig angelegt ist, spüren Wählerinnen und Wähler Preiserhöhungen an den Zapfsäulen und im Supermarkt unmittelbar. Auch die Dynamik auf dem Arbeitsmarkt verläuft verhalten: Nach Bundesdaten verlor die US-Industrie im Mai 2.000 Arbeitsplätze, ehe im Juni 3.000 Stellen hinzukamen.
Ein schwacher Rückhalt für den Präsidenten kann sich bei knappen Entscheidungen direkt auf die Mandatsverteilung im US-Kongress auswirken.
Die anstehenden Vorwahlen stellen die Weichen für den US-Senat
Die politische Anspannung wächst mit Blick auf die Vorwahlen am 4. August und die Hauptwahlen am 3. November. In Michigan geht es unter anderem um die Nachfolge des ausscheidenden demokratischen US-Senators Gary Peters. Das Rennen gilt als eines der entscheidenden Duelle für die künftige Mehrheit im Senat.
Für die Republikaner tritt der ehemalige Abgeordnete Mike Rogers ohne parteiinternen Gegenkandidaten an. Aufseiten der Demokraten kämpfen die Kongressabgeordnete Haley Stevens und der Gesundheitsexperte Abdul El-Sayed um die Nominierung. Gleichzeitig sorgt die Gouverneurs-Vorwahl der Republikaner für Aufsehen, wo der von Trump unterstützte Abgeordnete John James gegen den Unternehmer Perry Johnson antritt. Johnson versuchte trotz fehlender Unterstützung des Präsidenten, sich im Umfeld der GM-Veranstaltung als treuer Anhänger zu inszenieren.
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