Am 12. August haben Millionen Menschen auf der Nordhalbkugel eine seltene totale Sonnenfinsternis verfolgt. Der Schatten des Mondes bewegte sich dabei von Sibirien über die Arktis, Grönland und Island bis nach Nordspanien. Für Spanien war das Naturschauspiel ein historischer Moment, da dort seit mehr als einem Jahrhundert keine totale Sonnenfinsternis mehr zu beobachten war. Auch in Teilen West- und Südeuropas sowie in Nordafrika ließ sich das Spektakel zumindest als partielle Sonnenfinsternis mit einer Abdeckung von bis zu 90 Prozent beobachten. Es handelte sich um die erste totale Finsternis seit Anfang 2024.
- Der Kernschatten des Mondes zog am 12. August von der Arktis bis über das spanische Festland und die Balearen.
- In Spanien dauerte die totale Verdunkelung stellenweise etwa eine Minute.
- Weitere europäische Länder wie Großbritannien, Frankreich und Italien erlebten eine partielle Sonnenfinsternis von rund 90 Prozent.
Spanien erlebte die erste totale Finsternis seit über einem Jahrhundert
Besonders viele Schaulustige versammelten sich in Spanien, dem am dichtesten besiedelten Gebiet auf der Route des Kernschattens. Am späten Nachmittag des 12. August querte der Schattenpfad das Land diagonal von der nordatlantischen Küste bis hin zum Mittelmeer. Beobachter an astronomischen Einrichtungen wie dem Galactica-Zentrum im spanischen Teruel sowie in Orten wie Berlanga de Duero, rund 240 Kilometer nordöstlich von Madrid, erlebten das Phänomen aus nächster Nähe.
Auf der Baleareninsel Mallorca hielt die totale Verdunkelung rund eine Minute an, was dort das erste Ereignis dieser Art seit mehr als hundert Jahren markierte.
Auch von der Insel Ibiza und aus Orten wie Arija oder San Millán de los Caballeros gelangen eindrucksvolle Aufnahmen des Phänomens, welche den stufenweisen Übergang von der partiellen zur totalen Verdunkelung dokumentierten. Während auf dem spanischen Festland und den Inseln die Sonne stellenweise vollständig verdeckt wurde, bot sich Beobachtern in Irland, Großbritannien, Frankreich, Italien und Teilen Nordafrikas eine teilweise Verdunkelung von etwa 90 Prozent.
Ein seltenes Phänomen kehrt ungewöhnlich schnell zurück
Eine totale Sonnenfinsternis entsteht, wenn sich der Mond exakt zwischen Erde und Sonne schiebt und die Sonnenscheibe vom Erdball aus gesehen vollständig verdeckt. Da die Umlaufbahnen der Himmelskörper leicht geneigt sind, trifft der Kernschatten des Mondes nur selten dieselbe Region der Erde. Für gewöhnlich liegen zwischen zwei totalen Finsternissen an demselben Ort Jahrzehnte oder gar Jahrhunderte.
Umso überraschender ist es, dass Spanien bereits am 2. August des kommenden Jahres erneut Schauplatz einer totalen Sonnenfinsternis sein wird.
Neben Spanien wird der Schattenpfad bei diesem künftigen Ereignis auch über Marokko, Algerien, Libyen und Saudi-Arabien verlaufen. Astronomie-Begeisterte in der Region erhalten damit in ungewöhnlich kurzem Abstand erneut die Gelegenheit, das seltene Himmelsereignis zu beobachten.
Haben Sie schon einmal eine totale oder partielle Sonnenfinsternis selbst miterlebt? Teilen Sie Ihre Erfahrungen und Eindrücke gerne in den Kommentaren!




























