Zunehmende Extremwetterereignisse und langanhaltende Trockenphasen stellen Wasser- und Energieinfrastrukturen weltweit vor immense Herausforderungen. Im Westen der USA hat sich die Lage nun drastisch zugespitzt: Die beiden größten Reservoire des Landes, Lake Powell und Lake Mead, sind im Zuge einer schweren Dürre auf historische Rekordtiefs gefallen. Wie aktuelle Messdaten der zuständigen US-Behörde Bureau of Reclamation belegen, sanken die Wasserstände am vergangenen Wochenende auf alarmierende Werte. Der Colorado River, der rund 40 Millionen Menschen mit Trinkwasser versorgt und entscheidend für die regionale Stromerzeugung ist, steht damit vor einer Zerreißprobe.
- Lake Powell und Lake Mead fielen im Zuge der Dürre im US-Westen auf neue Allzeittiefs.
- Die Wasserstände nähern sich Schwellenwerten, ab denen die Wasserkraftnutzung beeinträchtigt wird.
- Ein Notfallplan verlangt von Kalifornien, Arizona und Nevada Wassereinsparungen von bis zu 3,7 Milliarden Kubikmetern pro Jahr.
- Die ungleiche Lastenverteilung löst juristische Streitigkeiten unter den Anrainerstaaten aus.
Kritische Schwellenwerte für die Stromerzeugung rücken näher
Der Colorado River speist sowohl den Lake Powell als auch den Lake Mead. Beide Stauseen wurden durch riesige Talsperren errichtet, um die Wasserversorgung ganzjährig zu regulieren und über Wasserkraftwerke Elektrizität zu gewinnen. Mittlerweile liegen die Pegelstände nur noch knapp über jenem Schwellenwert, ab dem die Stromproduktion beeinträchtigt würde.
Am Sonntag sank der Pegel des überwiegend im US-Bundesstaat Utah gelegenen Lake Powell auf rund 1.072,8 Meter (3.519,80 Fuß) über dem Meeresspiegel und unterbot damit den bisherigen Tiefststand aus dem Jahr 2023.
Bereits am Freitag zuvor erreichte der Lake Mead, der durch den Hoover-Damm an der Grenze zwischen Nevada und Arizona aufgestaut wird, einen Stand von 316,9 Metern (1.039,70 Fuß). Beide Werte verdeutlichen die anhaltend hohe Belastung des gesamten Flussgebiets.
Ein ungelöster Streit um Wasserrechte belastet die US-Bundesstaaten
Seit Jahren versuchen die sieben US-Bundesstaaten, die vom Colorado River abhängig sind, eine Einigung über die Aufteilung der schwindenden Wasserressourcen zu erzielen – bislang ohne Erfolg. Die anhaltende Blockade veranlasste die Trump-Administration dazu, Ende Juli als Vermittler einzugreifen und einen eigenen Verteilungsplan vorzulegen.
Dieser Plan sieht vor, dass die Bundesstaaten Kalifornien, Arizona und Nevada ihren gemeinsamen Wasserverbrauch bis zum Jahr 2036 um bis zu 3,7 Milliarden Kubikmeter pro Jahr reduzieren müssen. Das entspricht ungefähr dem Volumen von 1,5 Millionen olympischen Schwimmbecken. Die anderen vier Anrainerstaaten – Colorado, Utah, Wyoming und New Mexico – werden hingegen nicht zu größeren Einsparbemühungen verpflichtet.
Juristische Auseinandersetzungen stehen bevor
Für stark wachsende Regionen und die lokale Landwirtschaft bedeuten erzwungene Einsparungen direkte wirtschaftliche Konsequenzen. Das führt dazu, dass die Wasserpolitik zunehmend vor Gerichten ausgetragen wird. Wegen der verordneten Ungleichbehandlung droht nun ein langwieriger Rechtsstreit: Der Bundesstaat Arizona hat bereits mehrere Millionen Dollar reserviert, um mögliche Klagen gegen den Notfallplan zu finanzieren.




























