Nach dem schwersten Waldbrand in Belgien seit rund einem Jahrhundert kehren die ersten evakuierten Anwohner in der Grenzregion wieder in ihre Häuser zurück. Die Einsatzkräfte im Naturschutzgebiet Hohes Venn konnten das rund 3000 Hektar große Feuer am Dienstag weitgehend umzingeln und unter Kontrolle bringen. Dennoch bleibt die Lage vor allem im unzugänglichen Gelände nahe der deutschen Grenze angespannt. Wegen starker Winde zog dichter Rauch bis weit nach Nordrhein-Westfalen. Städte wie Köln und Wuppertal sowie die grenznahe Stadt Monschau riefen die Bevölkerung zur Vorsicht auf.
- Der Großbrand im belgischen Naturschutzgebiet Hohes Venn erstreckt sich über rund 3000 Hektar.
- Erste Evakuierungen in Belgien wurden aufgehoben, während in Monschau und weiteren NRW-Städten Rauchwarnungen gelten.
- Die Feuerwehrgewerkschaft fordert angesichts steigender Brandgefahren bessere Ausrüstung und leichtere Schutzkleidung.
So breitete sich das Feuer an der Grenze aus
Das Feuer war im grenzübergreifenden Naturpark Hohes Venn ausgebrochen und hatte sich innerhalb von 24 Stunden rasch auf eine Fläche von etwa 3000 Hektar ausgedehnt. Die gebirgige und bewaldete Torf- und Moorlandschaft erschwerte den Zugriff für schwere Löschfahrzeuge erheblich. Mehr als 250 Einsatzkräfte arbeiteten unter schwierigen Bedingungen durch die Nacht, um die östliche und die nördliche Brandfront miteinander zu verbinden und das Feuer einzuschließen.
Regen und kühlere Temperaturen brachten zwar eine gewissse Abkühlung, doch aufkommender Wind behinderte phasenweise den Einsatz von Löschhubschraubern. Besonders der schwer zugängliche Bereich in Richtung der deutschen Grenze stellte die Rettungsdienste vor Herausforderungen, da eine Brandbekämpfung dort streckenweise nur aus der Luft möglich ist.
Rauchwolke erreicht die Eifel und das Rheinland
Obwohl ein Übergreifen der Flammen auf deutsches Gebiet von den Behörden als unwahrscheinlich eingeschätzt wurde, rückte die Brandfront bis auf rund zwei bis drei Kilometer an die Bundesgrenze heran.
In der nordrhein-westfälischen Stadt Monschau wurden Bewohner einzelner Ortsteile wegen der massiven Rauchbelastung vorsorglich aufgefordert, ihre Häuser zu verlassen. Vor Ort positionierten die Einsatzkräfte Wassertanks und hielten rund 170 Feuerwehrleute im Schichtbetrieb bereit. Während in belgischen Orten wie Sourbrodt die Anwohner schrittweise zurückkehren durften, blieben andere Evakuierungen bestehen. Der Wind trieb den beißenden Rauch zudem dutzende Kilometer weit nach Osten. Die Feuerwehren in Wuppertal und Köln riefen Anwohner dazu auf, Türen und Fenster geschlossen zu halten.
Dürre und Trockenheit fordern neue Einsatzstrategien
Auch auf deutscher Seite kämpften Einsatzkräfte zuletzt gegen schwere Vegetationsbrände. Im nahegelegenen Hürtgenwald in der Eifel brachten rund 1600 Helfer den bislang folgenschwersten Waldbrand des Sommers in Deutschland unter Kontrolle, nachdem vorsorglich etwa 1800 Menschen evakuiert werden mussten.
Der Klimawandel sorgt nach Einschätzung von Wissenschaftlern für längere Hitzewellen und Dürren, die die Vegetation austrocknen und so Waldbrände begünstigen.
Für die Gefahrenabwehr bedeutet dies, dass Einsatzkonzepte grundlegend angepasst werden müssen. Die Deutsche Feuerwehr-Gewerkschaft forderte vor diesem Hintergrund eine gezielte Aufstockung der Ressourcen. Neben geländegängigen Spezialfahrzeugen seien leichtere Schutzkleidung für Extremhitze, strategisch angelegte Brandschneisen im Wald und ein dichtes Netz an Wasserdepots erforderlich, um unwegsames Gelände bei künftigen Schadenslagen schneller sichern zu können.




























