Der Vielmarkenkonzern Stellantis, zu dem neben europäischen Herstellern wie Peugeot und Fiat auch US-Traditionsmarken wie Jeep und Chrysler gehören, ordnet seine nordamerikanische Fertigung neu. Das Werk in Belvidere im US-Bundesstaat Illinois steht vor einem umfangreichen Neustart: Neben der bereits bestätigten Produktion der nächsten Cherokee-Generation verdichten sich die Hinweise, dass auch der kompaktere Jeep Compass an seinen früheren Fertigungsstandort zurückkehren könnte. Stellantis-Chef Antonio Filosa hatte entsprechende Pläne bereits angedeutet. Damit würde der Autobauer die Produktion zweier wichtiger Geländewagen-Modelle an einem zentralen US-Standort bündeln.
- Stellantis erhöht die Investitionen in das Werk Belvidere auf über 800 Millionen US-Dollar.
- Die Serienproduktion des neuen Cherokee auf der Plattform STLA One soll in der zweiten Hälfte des Jahres 2029 anlaufen.
- Der Jeep Compass könnte zusammen mit dem Cherokee aus Mexiko zurück in die USA verlegt werden.
Steigende Importzölle machen die Fertigung in den USA attraktiv
Derzeit werden sowohl der Jeep Cherokee als auch der Compass für den US-Markt im mexikanischen Toluca montiert. Angesichts des aktuellen handelspolitischen Umfelds und möglicher Importzölle gewinnt eine Verlagerung der Produktion in die USA für Stellantis zunehmend an wirtschaftlicher Bedeutung.
Für den Standort Belvidere wäre dies eine Rückkehr zur Tradition: Der Compass wurde dort bereits gebaut, bevor die Fertigung im Jahr 2016 nach Mexiko verlegt wurde. Der Cherokee lief bis zur vorübergehenden Einstellung der Modellgeneration im Jahr 2023 ebenfalls in Illinois vom Band.
Der Konzern erhöht seine Investitionen in das Werk in Belvidere von ursprünglich 600 Millionen auf nun mehr als 800 Millionen US-Dollar.
Absage an Kanada ebnet den Weg für Illinois
Ursprünglich hatte Stellantis andere Pläne für die nächste Generation des Compass vorgelegt. Das Fahrzeug sollte eigentlich im kanadischen Werk Brampton in Ontario gebaut werden. Nach einer Umrüstung pausierte der Konzern die Arbeiten dort jedoch Anfang 2025 und gab das Compass-Vorhaben im selben Jahr komplett auf. Derzeit wird sogar über einen vollständigen Verkauf des kanadischen Standorts spekuliert.
Neue Plattform STLA One feiert Premiere in Belvidere
Technisch steht bei den Modellen ein großer Generationswechsel bevor. Der kommende Cherokee wird das erste Fahrzeug in den USA sein, das auf der neuen Konzernarchitektur STLA One basiert. Die Pilotproduktion soll in der ersten Hälfte des Jahres 2028 starten, bevor im zweiten Halbjahr 2029 die Kundenfahrzeuge folgen.
Stellantis hat angekündigt, in Belvidere mindestens zwei Modelle auf Basis der STLA-One-Plattform zu fertigen. Obwohl die offizielle Bestätigung für den Compass noch aussteht, gilt er als aussichtsreichster Kandidat für diesen zweiten Fertigungsplatz.
Bis Juli wurden bereits mehr als 60 Millionen US-Dollar investiert, um Karosseriebau, Lackiererei und Montage in Belvidere vorzubereiten.
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