Ein massiver Ausbruch von Magen-Darm-Erkrankungen in den USA sorgt derzeit für Verunsicherung bei Verbrauchern und in der Lebensmittelindustrie. Im Zentrum der Ermittlungen steht mit Cyclospora ein mikroskopisch kleiner Parasit, der über verunreinigte Lebensmittel übertragen wird. Obwohl die US-Lebensmittelbehörde FDA nun einräumen musste, dass ein positiver Labortest auf einem Fehler beruhte, bleibt die Warnung vor Eisbergsalat des Großlieferanten Taylor Farms de Mexico bestehen.
- Der freiwillige Rückruf betrifft Eisbergsalat aus Zentralmexiko, der in mindestens 27 US-Bundesstaaten vertrieben wurde.
- Ein vermeintlich positiver Labortest auf Cyclospora-Parasiten stellte sich nachträglich als falsch-positiv heraus.
- Die FDA hält dennoch an dem Rückruf fest, da epidemiologische Daten weiterhin auf den Lieferanten Taylor Farms de Mexico deuten.
- Bislang wurden über 1.600 Erkrankungen und fast 100 Krankenhauseinweisungen im direkten Zusammenhang mit dem Ausbruch registriert.
Verwirrung nach korrigiertem Testergebnis
Die US-Behörden gaben bekannt, dass die Analyse einer Salatprobe von Taylor Farms, die zunächst positiv auf den Parasiten Cyclospora getestet worden war, fehlerhaft war. Nach einer erneuten Überprüfung durch Laborexperten der FDA wurde das Ergebnis als „falsch-positiv“ eingestuft. Die Behörde entschuldigte sich bei dem Unternehmen für den Fehler. Taylor Farms betonte daraufhin, dass es bislang keinen einzigen bestätigten positiven Produktbefund für Cyclospora an seinen Standorten gebe.
Dennoch betonen Gesundheitsexperten, dass dieser Laborfehler den Kern der Ermittlungen nicht entkräftet. Da Salat eine sehr kurze Haltbarkeit hat und der Parasit extrem schwer im Labor nachzuweisen ist, sind Behörden bei solchen Ausbrüchen primär auf epidemiologische Daten und Lieferketten-Rückverfolgungen angewiesen. Die Inkubationszeit der Erkrankung beträgt bis zu zwei Wochen, was die Suche nach der exakten Quelle zusätzlich erschwert.
Erkrankungswelle im US-Gastgewerbe
Der Ausbruch hat bereits erhebliche Kreise gezogen. Betroffen sind unter anderem Filialen der Fast-Food-Kette Taco Bell in mehreren Bundesstaaten wie Indiana, Kentucky, Michigan, Ohio und West Virginia. Dort mussten bereits mehr als 1.644 Erkrankte verzeichnet werden, von denen 94 im Krankenhaus behandelt werden mussten. Todesfälle wurden bislang nicht gemeldet. Die Kette hat den Bezug von Salat des betroffenen Lieferanten umgehend gestoppt.
Landesweit gehen die Behörden sogar von einer weitaus höheren Dunkelziffer aus: Seit Anfang Mai wurden in den USA fast 7.000 Cyclospora-Infektionen registriert oder stehen unter entsprechendem Verdacht.
Der Rückruf betrifft neben Lieferungen an Restaurants und Großverbraucher auch verpackte Salatprodukte in Supermärkten, darunter Eigenmarken des Handelsriesen Walmart, die in 27 Bundesstaaten verkauft wurden. Verbraucher werden dringend aufgefordert, die betroffenen Produkte zu entsorgen oder zurückzugeben. Cyclosporiasis äußert sich durch wässrigen Durchfall, Übelkeit, Krämpfe und extreme Müdigkeit und kann ohne Behandlung Wochen patterns.
Bedeutung für globale Lieferketten
Für die Lebensmittelbranche zeigt der Vorfall erneut die Verwundbarkeit globalisierter Lieferketten auf. Taylor Farms, 1995 im kalifornischen Salinas Valley gegründet, hat sich zu einem milliardenschweren Giganten mit über 24.000 Mitarbeitern in Nordamerika entwickelt.
Für deutsche und europäische Verbraucher besteht durch diesen spezifischen Vorfall zwar keine direkte Gefahr, da die betroffenen frischen Salatchargen nicht über den Atlantik exportiert werden. Dennoch verdeutlicht der Fall die methodischen Schwierigkeiten beim Nachweis von Parasiten im Vergleich zu bakteriellen Verunreinigungen wie Salmonellen oder E. Coli, was auch für europäische Kontrollbehörden bei Importen aus Drittstaaten eine ständige Herausforderung darstellt.























