England hat sich bei der Weltmeisterschaft 2026 den dritten Platz gesichert. In einem denkwürdigen und extrem torreichen kleinen Finale im US-amerikanischen Miami setzten sich die „Three Lions“ mit 6:4 gegen Frankreich durch. Überragender Akteur aufseiten der Engländer war Bukayo Saka, dem ein Dreierpack gelang. Für England ist der Gewinn der Bronzemedaille das beste Abschneiden bei einer Weltmeisterschaft seit dem legendären Turniersieg im Jahr 1966. Frankreichs Superstar Kylian Mbappé trug sich trotz der Niederlage mit einem historischen Torrekord in die Geschichtsbücher ein.
- England bezwingt Frankreich in einem turbulenten Spiel um Platz drei mit 6:4.
- Bukayo Saka glänzt mit einem Dreierpack, während Jude Bellingham mit seinem siebten Turniertor einen englischen Rekord aufstellt.
- Kylian Mbappé steigt mit nun insgesamt 22 Treffern zum alleinigen WM-Rekordtorschützen auf.
- Für Frankreichs Nationaltrainer Didier Deschamps endet mit der Niederlage eine 14-jährige Amtszeit.
Der Weg ins kleine Finale: Geplatzte Träume im Halbfinale
Sowohl England als auch Frankreich waren mit den höchsten Ambitionen in das Turnier gestartet und hatten den Einzug in das Endspiel fest eingeplant. Für beide Mannschaften endete der Traum vom Titel jedoch im Halbfinale auf schmerzhafte Weise: Während die französische Auswahl von Spanien spielerisch dominiert wurde und mit 0:2 unterlag, mussten die Engländer einen späten Knockout gegen den amtierenden Weltmeister Argentinien hinnehmen. Vor dem direkten Aufeinandertreffen in Miami reagierten beide Trainer auf die Strapazen des Turniers und die drückende Hitze Floridas mit weitreichenden Rotationen.
Englands Nationaltrainer Thomas Tuchel verzichtete in seiner Startaufstellung überraschend auf die Stars Harry Kane und Jude Bellingham. Auf der Gegenseite stellte Didier Deschamps, für den es das definitiv letzte Spiel nach 14 Jahren als französischer Nationaltrainer war, seine Formation ebenfalls um und ließ Leistungsträger wie Bradley Barcola und Ousmane Dembélé zunächst auf der Bank.
Erste Halbzeit: Englische Dominanz und drohende Demütigung
Das Spiel begann mit einer kalten Dusche für die französische Defensive. Bereits in der dritten Spielminute brachte Declan Rice die Engländer mit einem Distanzschuss in Führung. Kurz darauf erhöhte Ezri Konsa per Kopfball auf 2:0. Frankreich versuchte zwar über Kylian Mbappé und Michael Olise zu antworten, scheiterte jedoch wiederholt am glänzend aufgelegten englischen Ersatztorhüter Dean Henderson.
Mit einem Doppelschlag in der 37. Minute sowie in der Nachspielzeit der ersten Hälfte schraubte Bukayo Saka das Ergebnis auf 4:0 in die Höhe und ließ die französische Auswahl vorübergehend vor einer historischen Demütigung stehen.
Frankreichs Trainer Deschamps reagierte zur Pause auf den von ihm als „katastrophal“ bezeichneten Auftritt und brachte mit Dembélé, Barcola, Dayot Upamecano und Lucas Digne vier frische Kräfte.
Zweite Halbzeit: Frankreichs Aufholjagd und Mbappés historischer Moment
Die Wechsel zeigten sofort Wirkung. Kylian Mbappé verkürzte mit seinem neunten Turniertreffer auf 1:4. Nur wenig später hauchte Barcola den Franzosen mit dem Anschlusstreffer zum 2:4 neues Leben ein. Die Partie war nun völlig offen, und Frankreich drängte energisch. Nach einer Vorlage von Olise erzielte erneut Mbappé das 3:4. Mit diesem Treffer – seinem insgesamt 22. Tor bei Weltmeisterschaften – überholte der 27-Jährige Lionel Messi in der ewigen WM-Torschützenliste und übernahm zudem mit zehn Treffern im laufenden Turnier die alleinige Führung im Kampf um den Goldenen Schuh.
In der Schlussphase überschlugen sich die Ereignisse. Nachdem Frankreich mehrere Chancen zum Ausgleich ungenutzt gelassen hatte, foulte Malo Gusto den Engländer Djed Spence im Strafraum. Saka verwandelte den fälligen Elfmeter in der 87. Minute zum 5:3 und komplettierte damit seinen Hattrick. Zwar verkürzte Dembélé kurz vor dem Ende noch einmal auf 4:5, doch in der achten Minute der Nachspielzeit sorgte der eingewechselte Jude Bellingham mit einer starken Einzelleistung für den 6:4-Endstand. Bellingham krönte sich damit zum ersten englischen Spieler, dem sieben Tore bei einer einzelnen WM-Endrunde gelangen.
Das große Finale wirft seine Schatten voraus
Während für England und Frankreich das Turnier mit diesem spektakulären Schlagabtausch beendet ist, steht der Höhepunkt der Weltmeisterschaft noch bevor. Am Sonntag stehen sich der dreifache Weltmeister Argentinien und Europameister Spanien im großen Finale in East Rutherford, New Jersey, gegenüber. Für Lionel Messi bietet sich dort die letzte Gelegenheit, im direkten Duell den frisch gebackenen Rekordhalter Kylian Mbappé im Rennen um die Torjägerkrone dieser Weltmeisterschaft noch einzuholen.
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