Eine anhaltende Hitzewelle führt in mehreren Teilen Europas zu verheerenden Waldbränden. Besonders angespannt ist die Situation im grenzübergreifenden Naturschutzgebiet Hohes Venn, wo der größte Waldbrand in der Geschichte Belgiens bereits mehr als 2700 Hektar Fläche zerstört hat. Auch auf deutscher Seite im nordrhein-westfälischen Hürtgenwald kämpfen hunderte Einsatzkräfte gegen die Flammen. Während in der Eifel-Gemeinde Hürtgenwald die Anwohner nach einer Evakuierung vorerst in ihre Häuser zurückkehren konnten, rüstet sich die nahe gelegene Stadt Monschau vorsorglich für mögliche Maßnahmen. Zudem stehen Rettungskräfte in Frankreich, Spanien und Großbritannien im Dauereinsatz.
- Im belgischen Hohen Venn verbrannten bereits mehr als 2700 Hektar Land, rund 600 Anwohner mussten evakuiert werden.
- Im nordrhein-westfälischen Hürtgenwald erschwerte explodierende Altmunition aus dem Zweiten Weltkrieg die Löscharbeiten der Bundeswehr und Feuerwehr.
- Die Grenzstadt Monschau bereitete rund 5000 Einwohner vorsorglich auf eine mögliche Evakuierung vor.
Explodierende Weltkriegsmunition und internationale Hilfe prägen die Löscharbeiten
Im Hoheitsgebiet der belgischen Ortschaften Waimes, Sourbrodt und Buetgenbach wurden etwa 600 Anwohner vor den Herannahenden Flammen in Sicherheit gebracht und in einer Sporthalle im benachbarten Malmedy betreut. Der Brand im schwer zugänglichen Moorgebiet des Hohen Venns breitete sich rasch in Richtung der deutschen Grenze aus. Für die grenznahen Monschauer Ortsteile Kalterherberg und Mützenich mit rund 5000 Bewohnern riefen die deutschen Behörden Vorsichtsmaßnahmen aus, während im direkt angrenzenden belgischen Ort Küchelscheid Evakuierungen angeordnet wurden.
Auf deutscher Seite brannte im nur etwa 20 Kilometer entfernten Hürtgenwald eine Fläche von rund 300 Hektar. Dort wurden die Einsatzkräfte extrem gefährdet, da im Waldboden noch Altmunition aus den Kämpfen des Zweiten Weltkriegs liegt, die durch die Hitze stellenweise detonierte. Waldbrandexperten weisen darauf hin, dass die Alterung von Weltkriegsmunition das Risiko unvorhersehbarer Explosionen bei Waldbränden deutlich erhöht.
Die Bundeswehr unterstützte die Feuerwehr mit Räum- und Bergepanzern sowie NH-90-Löschhubschraubern, um Schneisen zu schlagen und tausende Liter Wasser über den Brandherden abzuwerfen.
Am Samstagabend gaben die Behörden für die rund 1800 evakuierten Bewohner des Hürtgenwalder Ortsteils Gey Entwarnung, sodass sie in ihre Häuser zurückkehren konnten. Um das Feuer im Hohen Venn einzudämmen, aktivierte Belgien den EU-Katastrophenschutzmechanismus. Löschflugzeuge und Hubschrauber aus den Niederlanden, Schweden und der Tschechischen Republik sowie Feuerwehrteams aus Deutschland und Luxemburg verstärkten die Löscharbeiten.
Südeuropa und Großbritannien kämpfen ebenfalls gegen verheerende Flammen
Nicht nur in der deutsch-belgischen Grenzregion wüten die Feuer. Im Südwesten Frankreichs, knapp 100 Kilometer südlich von Bordeaux nahe Luglon, verwüstete ein Kiefernwaldbrand im Département Landes mehr als 1580 Hektar Fläche und erforderte die Evakuierung von 650 Menschen. In Spanien vernichteten Brände in der Region Aragón rund 15.000 Hektar, während nahe Niebla in der Provinz Huelva mehr als 38.000 Hektar den Flammen zum Opfer fielen.
Auch Großbritannien verzeichnet eine ungewöhnliche Welle von Vegetationsbränden. Nach Zerstörungen unter anderem in Stourbridge verhängte die britische Regierung ein Verkaufsverbot für Einweggrills. Premierminister Andy Burnham bezeichnete die Lage im Land als „Pulverfass“ und forderte eine beschleunigte Energiewende als Reaktion auf die extremen Wetterbedingungen. Die langanhaltende Trockenheit verdeutlicht die Anfälligkeit europäischer Wälder bei anhaltenden Hitzewellen.




























