Beim Mini Cooper bahnt sich ein historischer Paradigmenwechsel an: Die nächste Modellgeneration des Elektro-Kleinwagens könnte erstmals über die Hinterräder angetrieben werden. Damit würde die Marke mit einer Prinzipie brechen, die seit dem Ur-Mini von 1959 unverändert gilt. Grund für den Wandel ist der vorgesehene Wechsel auf die neue Gen6-Plattform der Muttergesellschaft BMW, die unter anderem im elektrischen iX3 zum Einsatz kommt. Da diese Architektur rein auf Hinterrad- und Allradantrieb ausgelegt ist, müsste der elektrische Cooper künftig die Kraft an die Hinterachse leiten.
- Die nächste Generation des Mini Cooper Electric soll auf die Gen6-Plattform von BMW umgestellt werden.
- Da die Plattform keinen Frontantrieb unterstützt, steht die seit fast 70 Jahren genutzte Antriebsart vor dem Aus.
- Optisch soll sich der künftige Kleinwagen am R50 von 2001 orientieren, der ersten Generation unter BMW-Regie.
Plattformwechsel erzwingt Umstieg auf die Hinterachse
Der derzeitige Mini Cooper Electric teilt sich seine Frontantriebs-Architektur noch mit dem in China gefertigten Mini Aceman. Mit dem nächsten Modellwechsel zeichnet sich jedoch eine technische Neuaufstellung ab. Ingenieure der BMW-Gruppe bestätigten, dass keine Frontantriebs-Varianten für die Gen6-Architektur entwickelt werden. Während die vollelektrische Version somit vor dem Schritt zum Hinterradantrieb steht, dürfte die verbrennungsmotorische Variante des Cooper vorerst beim gewohnten Frontantrieb bleiben, da sie eine andere Architektur nutzt.
Ein Wechsel auf Hinterradantrieb würde das Fahrverhalten des Elektro-Mini grundlegend verändern und eine fast 70-jährige Tradition beenden.
Für Autofahrer bedeutet eine solche Umstellung eine spürbare Veränderung des gewohnten Fahrgefühls. Der Frontantrieb galt seit Jahrzehnten als prägendes Element für das agile Handling der Marke. Ein Hinterradantrieb bei der elektrischen Variante kann zwar Traktionsvorteile beim Beschleunigen bieten, verändert jedoch die gewohnte Dynamik in Kurven deutlich. Bis der neue Technologieträger auf den Markt kommt, dauert es allerdings noch: Der aktuelle Mini Cooper wurde erst 2024 eingeführt, weshalb mit der nächsten Generation erst im kommenden Jahrzehnt zu rechnen ist.
Design orientiert sich an der ersten BMW-Generation R50
Auch optisch plant die Marke eine Rückbesinnung auf prägende Zeiten der jüngeren Firmengeschichte. Wie Chefdesigner Holger Hampf erklärte, soll sich das künftige Erscheinungsbild am R50 orientieren – jenem Modell aus dem Jahr 2001, das als erster Mini komplett unter der Regie von BMW entstand. Viele Kunden verbinden die Marke heute stärker mit dieser Generation als mit dem ursprünglichen Modell aus dem vergangenen Jahrhundert.
Hampf betonte, dass es sich dabei nicht um ein reines Retro-Konzept handeln werde, sondern um eine moderne Interpretation typischer Merkmale wie einer cleveren Raumnutzung. Trotz moderner Sicherheitsanforderungen und Platzbedarf für Technik diskutiert das Unternehmen weiterhin über die Fahrzeuggröße. Fest steht jedoch bereits, dass eine dreitürige Modellvariante im Programm erhalten bleiben soll.
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