Die chinesische Raumfahrtbehörde hat den für die kommenden Tage geplanten Start der Mondmission Chang’e-7 überraschend abgesagt. Die Sonde sollte vom Weltraumbahnhof Wenchang auf der südchinesischen Insel Hainan abheben, um am Südpol des Mondes nach Wassereis zu suchen. Wie die China Manned Space Agency mitteilte, erfülle die Mission derzeit nicht die notwendigen Startbedingungen. Eine Durchführung im geplanten Zeitfenster des Jahres 2026 sei daher nicht mehr möglich. Die Entscheidung sei nach einer umfassenden Bewertung und nach den Grundsätzen der Verlässlichkeit und des absoluten Missionserfolgs getroffen worden.
- Der Start der chinesischen Mondsonde Chang’e-7 vom Weltraumbahnhof Wenchang wurde abgesagt.
- Die Raumfahrtbehörde nannte fehlende Startbedingungen als Grund und schloss einen Start im aktuellen Jahr aus.
- Die Mission soll am Südpol des Mondes nach Wassereis suchen und Schlüsseltechnologien testen.
Sicherheitsbedenken verhindern den geplanten Raketenstart
In den vergangenen Wochen liefen am Startplatz Wenchang bereits intensive Vorbereitungen für die siebte Mission des Chang’e-Programms. Dennoch entschied sich die Raumfahrtbehörde gegen einen Start im aktuellen Zeitfenster. Genauere technische Details zu den Ursachen nannte die Behörde in ihrer kurzen Stellungnahme nicht.
Bei komplexen Raumfahrtprojekten sind Startfenster astronomisch bedingt meist eng bemessen. Wenn Unwägbarkeiten auftreten, führen Organisationen strikte Risikoabwägungen durch.
Die Entscheidung verdeutlicht, dass die Raumfahrtbehörde der Zuverlässigkeit und dem Missionserfolg den Vorrang vor einem überstürzten Start einräumt.
Mond-Südpol rückt ins Zentrum der Forschung
Die Mission Chang’e-7 gilt als technisch äußerst anspruchsvoll. Das Ziel ist es, Umweltbedingungen und Ressourcen am Südpol des Mondes umfassend zu untersuchen. Dazu gehören Erkundungen in dauerhaft schattigen Kratern, in denen Vorkommen von Wassereis vermutet werden. Die Nachweise von Wasser auf dem Mond gelten für die internationale Raumfahrt als Schlüssel für langfristige Erkundungen.
Zudem sollte die Sonde Durchbrüche bei zentralen Erkundungstechnologien erzielen. China baut dabei auf vorherigen Erfolgen auf: Bereits 2024 war die Vorgängermission Chang’e-6 weltweit erstmals mit Gesteins- und Bodenproben von der Rückseite des Mondes zur Erde zurückgekehrt. Der Name Chang’e bezieht sich dabei auf eine chinesische Mondgöttin.
Zeitplan für die Ressourcen-Erkundung verschiebt sich
Durch die Absage für das laufende Jahr steht das chinesische Mondprogramm vor einer zeitlichen Anpassung. Da das geplante Startfenster verstrichen ist, müssen die Vorbereitungen am Startplatz Hainan neu ausgerichtet werden. Für das Erreichen der Forschungsziele bedeutet die Verzögerung, dass detaillierte Daten über die Ressourcenverteilung am Südpol erst zu einem späteren Zeitpunkt gewonnen werden können.
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