In den USA dominierten jahrelang wuchtige SUV das Bild der Streifenwagen, nachdem US-Hersteller klassische Polizeilimousinen weitgehend eingestellt hatten. Für Automobilbegeisterte in Europa, die US-Einsatzfahrzeuge oft aus Film und Fernsehen kennen, kündigt sich nun eine überraschende Wende an: Dodge bringt die Polizeilimousine zurück. Auf der Fachmesse Police Fleet Expo auf dem Daytona International Speedway zeigte der Hersteller erstmals einen Prototyp des neuen Charger PPV (Police Pursuit Vehicle). Das Einsatzfahrzeug soll voraussichtlich ab Ende 2027 die Lücke schließen, die nach dem Produktionsende älterer Modelle und dem Rückzug von Konkurrenten wie Ford aus diesem Segment entstanden ist.
- Dodge stellt auf der Police Fleet Expo in Daytona den Prototyp des neuen Charger PPV vor.
- Die Polizeilimousine erhält serienmäßig Allradantrieb und wird von einem Biturbo-Sechszylinder angetrieben.
- Der Marktstart des neuen Einsatzfahrzeugs wird frühestens für Ende 2027 erwartet.
Dodge greift Fords Dominanz bei Einsatzfahrzeugen an
Seit Ford die Produktion des Polizeimodells Taurus im Jahr 2019 einstellte und Chevrolet sich ebenfalls aus dem Segment zurückzog, beherrschten vor allem Geländewagen wie der Ford Explorer Police Interceptor Utility den Markt der US-Sicherheitsbehörden. Für die Polizeiarbeit bedeutete dies eine Monopolstellung von SUV bei Neuanschaffungen.
Mit dem neuen Charger PPV will Dodge den Behörden wieder eine flache, leistungsstarke Alternative für Verfolgungsfahrten bieten.
Dodge-Chef Matt McAlear bestätigte, dass die Entwicklung eng mit US-Behörden wie der General Services Administration (GSA), der California Highway Patrol sowie der Michigan State Police abgestimmt wird. Diese Institutionen definieren maßgeblich die Standards für amerikanische Verfolgungsfahrzeuge.
Ein Biturbo-Sechszylinder ersetzt den traditionellen V8
Unter der Haube des Prototyps steckt ein 3,0-Liter-Hurricane-Motor mit Doppelaufladung. In der zivilen R/T-Variante leistet dieses Aggregat 420 PS (313 kW) sowie ein Drehmoment von 635 Nm und ist an eine Achtstufen-Automatik gekoppelt. Obwohl viele Einsatzkräfte dem klassischen V8-Motor nachfragen, verspricht der Biturbo-Sechszylinder eine spürbare Leistungssteigerung gegenüber dem Vorgängermodell.
Serienmäßig verfügt das Polizeifahrzeug über Allradantrieb, was für Polizeieinsätze bei schlechter Witterung entscheidend ist. Für spezifische Einsatzszenarien steht den Behörden auch ein reiner Heckantriebsmodus zur Verfügung.
Spezielle Anpassungen verwandeln das Fließheck in ein mobiles Büro
Polizeifahrzeuge unterscheiden sich grundlegend von Zivilwagen. Sie benötigen verstärkte Bremsen, eine optimierte Kühlung, eine robustere Elektrik für lange Leerlaufzeiten und Platz für Funkgeräte, Waffenhalterungen sowie Laptops.
Da der neue Charger als Fließheck konzipiert ist, installierte Dodge eine Trennwand hinter den Rücksitzen, um Festgenommene vom Laderaum fernzuhalten.
Für die US-Polizeibehörden bedeutet das geplante Modell die Wiederbelebung eines Marktsegments, das in den vergangenen Jahren nahezu komplett verschwunden war.
Sollten Polizeibehörden weiterhin auf sportliche Limousinen setzen oder sind SUV im Einsatzalltag praktischer? Teilen Sie Ihre Meinung in den Kommentaren!




























