Der australische Tennisprofi Nick Kyrgios ist von der International Tennis Integrity Agency (ITIA) mit sofortiger Wirkung vorläufig suspendiert worden. Grund dafür ist ein positiver Test auf den Kokain-Metaboliten Benzoylecgonin, den der 31-Jährige am 22. Juni während des ATP-Turniers auf Mallorca abgegeben hatte. Die vorläufige Sperre gilt rückwirkend seit dem 4. August, nachdem ein Labor der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) den Befund Mitte Juli bestätigt hatte. Kyrgios legte keinen Einspruch ein, übernahm die volle Verantwortung und entschuldigte sich öffentlich bei seiner Familie, seinen Fans und seinen Sponsoren.
- Nick Kyrgios wurde nach einer positiven Probe auf Kokain beim ATP-Turnier auf Mallorca vorläufig suspendiert.
- Der Australier verzichtet auf Rechtsmittel und begründet den Vorfall mit mentalen Problemen infolge schwerer Verletzungen.
- Während der Sperre darf Kyrgios an keinen offiziellen Veranstaltungen der ATP, WTA oder Grand Slams teilnehmen.
Positiver Befund überschattet die Karriere des Australiers
Kokain gilt auf der Verbotsliste der WADA als Stimulanzie und ist im Wettkampf strengstens untersagt. Kyrgios erklärte in einer Stellungnahme auf Instagram, dass ihn die anhaltenden Verletzungssorgen der vergangenen Jahre körperlich wie mental extrem belastet hätten. Der Gedanke an ein bevorstehendes Karriereende habe ihm stark zugesetzt.
„Ich habe einen großen Fehler gemacht und übernehme dafür die volle Verantwortung“, schrieb der Australier und ergänzte, sich zeitweise hilflos und allein gefühlt zu haben.
Umfassendes Verbot trifft den Profi in einer Krisenphase
Die Suspendierung zieht klare Konsequenzen nach sich: Dem ehemaligen Weltranglistendreizehnten ist es untersagt, an Turnieren oder Veranstaltungen der ATP, WTA, der Grand Slams oder nationaler Verbände als Spieler, Trainer oder Zuschauer teilzunehmen. Dies trifft den Profi in einer ohnehin schwierigen Phase. In diesem Jahr hatte Kyrgios verletzungsbedingt nur drei Turniere bestritten — in Brisbane, Stuttgart und Mallorca. Sein einziger Matchgewinn gelang ihm dabei beim Rasenturnier in Stuttgart.
Der Fall sorgt auch deshalb für Aufsehen, weil Kyrgios in der Vergangenheit als lautstarker Kritiker von Dopingvergehen auffiel. Als vor eineinhalb Jahren der italienische Tennisstar Jannik Sinner nach zwei positiven Tests mit einer dreimonatigen Sperre davonkam, prangerte Kyrgios eine angebliche Vorzugsbehandlung an und sprach von einem traurigen Tag für den Sport.
Mit dem Erreichen des Wimbledon-Finals im Jahr 2022, das er in vier Sätzen gegen Novak Djokovic verlor, feierte Kyrgios den größten Erfolg seiner Laufbahn.
Rückzug aus der Öffentlichkeit soll Neuanfang ermöglichen
Für Kyrgios bedeutet der positive Dopingtest vorerst den vollständigen Rückzug aus der Öffentlichkeit. Er kündigte an, sich für mindestens 28 Tage von den sozialen Medien und aus dem öffentlichen Leben fernzuhalten, um an sich zu arbeiten und gestärkt zurückzukehren. Auf Rechtsmittel gegen die Entscheidung der Anti-Doping-Behörden verzichtet er vorerst.
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