Der Tropensturm „Lala“ hat sich unmittelbar vor der Küste Hawaiis zu einem Hurrikan der Kategorie 1 entwickelt und die Hauptinsel Big Island mit heftigen Regenfällen und Sturmböen erfasst. Nach Angaben des US-Hurrikanzentrums erreichen die anhaltenden Windgeschwindigkeiten bis zu 120 Kilometer pro Stunde. Auf der Insel führten umgestürzte Bäume, Geröll und herabgefallene Stromleitungen bereits zu Straßensperren und Stromausfällen. Gouverneur Josh Green verhängte den Notstand für den US-Bundesstaat, während Behörden vor lebensgefährlichen Sturzfluten und Erdrutschen warnen.
- Hurrikan „Lala“ zieht mit Windgeschwindigkeiten von 120 km/h nahe an der Südspitze von Big Island vorbei.
- Tausende Haushalte auf Hawaii sind ohne Strom, Flugverbindungen wurden gestrichen und Notunterkünfte geöffnet.
- Einen direkten Hurrikan-Treffer gab es auf Big Island seit dem Jahr 1871 nicht mehr.
Sturmböen und Stromausfälle belasten Big Island
Die Ausläufer des Sturms sorgen auf Big Island bereits für spürbare Einschränkungen im Alltag. Nach Angaben des lokalen Senders Hawaii News Now waren am Samstagvormittag mehr als 9700 Stromkunden ohne Versorgung. Umgestürzte Bäume und Erdrutsche blockieren zahlreiche Straßen, während mehr als 130 Menschen Zuflucht in Notunterkünften suchten.
Der Bürgermeister von Hawaii County, Kimo Alameda, warnte, dass die schwersten Auswirkungen des Sturms erst noch bevorstehen.
Als Vorsichtsmaßnahme stellten die Behörden den öffentlichen Nahverkehr auf der Insel ein und schlossen Parks sowie Strände. Am Flughafen der Stadt Hilo wurden die Flüge für den restlichen Tag gestrichen, und auch der Flughafen in Kona stellte seinen Betrieb am Nachmittag ein. Dutzende Verbindungen innerhalb des Archipels sowie zum US-Festland fielen aus oder wurden geändert.
Eine seltene Bedrohung im Zeichen von El Niño
Dass ein Hurrikan direkt auf die Hauptinsel Hawaiis trifft, gilt als historisches Ereignis: Das letzte Mal war dies im Jahr 1871 der Fall. Der letzte schwere Wirbelsturm im gesamten Bundesstaat war Hurrikan „Iniki“, der 1992 als Sturm der Kategorie 4 auf der Insel Kauai schwere Schäden in Höhe von drei Milliarden US-Dollar (rund 2,6 Milliarden Euro) anrichtete und sechs Menschen das Leben kostete.
Dass sich pazifische Stürme derzeit häufen, hängt auch mit dem Klimaphänomen El Niño zusammen. Bei diesem natürlichen Muster erwärmt sich das Oberflächenwasser im zentralen und östlichen Pazifik ungewöhnlich stark, was die Entstehung von Wirbelstürmen in dieser Region begünstigt. Dies bedeutet für den Pazifikraum typischerweise eine erhöhte Hurrikan-Aktivität, da die wärmeren Meeresoberflächen den Stürmen zusätzliche Energie und Feuchtigkeit liefern.
Meteorologen erwarten nach dem Wochenende Beruhigung
Das Zentrum des Wirbelsturms zog am Samstag südsüdöstlich an der Südspitze der Hauptinsel vorbei. Meteorologen betonen jedoch, dass auch ohne ein direktes Auflaufen des Auges auf Land erhebliche Schäden entstehen können. An den windzugewandten Seiten von Big Island werden Niederschlagsmengen von 25 bis 50 Zentimetern erwartet, an einzelnen Orten sogar bis zu 63,5 Zentimeter.
Für die Ostküste von Maui wird am Abend eine heftige Brandung mit Wellenhöhen von vier bis fünfeinhalb Metern erwartet.
Auch für die benachbarten Inseln wie Maui, Oahu und Kauai gelten Warnungen vor Tropensturm-Bedingungen. Die Prognosen gehen davon aus, dass „Lala“ am Sonntag weiter nach Westen zieht und sich dabei allmählich abschwächt. Eine deutliche Beruhigung der Wetterlage auf dem Archipel wird für Montag erwartet.




























