Auf dem Event „Advancing AI“ hat der US-Konzern AMD nun eine strategische Partnerschaft mit dem Chip-Start-up Cerebras angekündigt, um dem Marktführer Nvidia Kunden abzujagen. Die Kooperation setzt auf sogenannte entkoppelte Inferenz, bei der unterschiedliche Aufgaben der Antwortgenerierung auf spezialisierte Hardware verteilt werden. AMD stellt dabei sein neues Serversystem Helios bereit, das noch in diesem Jahr in den Rechenzentren von Cerebras zum Einsatz kommen soll.
- AMD kooperiert mit dem Start-up Cerebras für eine effizientere Abwicklung von KI-Anfragen.
- Das neue Serversystem Helios soll bis zu 30 Prozent mehr Inferenz-Token pro Dollar als Nvidias Konkurrenzsystem liefern.
- Neben Grafikprozessoren gewinnen auch Server-CPUs im Wettbewerb der Chipkonzerne an Bedeutung.
Spezielle Hardware-Arbeitsteilung soll Effizienz steigern
Die sogenannte Inferenz bezeichnet den Prozess, bei dem ein fertig trainiertes KI-Modell auf Nutzereingaben reagiert und Antworten erzeugt. Bislang verarbeitete meist dieselbe Hardware sowohl die Analyse der Eingabe als auch die Generierung der Ausgabe. AMD und Cerebras setzen nun auf eine getrennte Struktur: AMDs Serversystem Helios verarbeitet große Mengen an Anfragen, während die riesigen Chips von Cerebras auf die blitzschnelle Antwortgenerierung spezialisiert sind.
Nach Angaben von AMD-Chefin Lisa Su soll Helios im Vergleich zu Nvidias System Vera Rubin NVL72 bis zu 30 Prozent mehr Inferenz-Token pro Dollar liefern.
Wettbewerb verlagert sich auf Serverprozessoren
Die Partnerschaft fügt sich in einen breiteren Branchenwandel ein. Laut der Großbank UBS suchen auch Konkurrenten wie Nvidia – unter anderem durch die Integration des Start-ups Groq – sowie Amazon Web Services nach Wegen, die Effizienz bei der Inferenz zu steigern und Kosten zu senken. Eine technische Herausforderung bleibt dabei die nahtlose Abstimmung der verschiedenen Chip-Architekturen.
Neben dem Geschäft mit Grafikprozessoren intensivieren AMD und Nvidia gleichzeitig den Wettbewerb im lukrativen Markt für Server-CPUs. Zu den Kunden, die AMD-Infrastruktur nutzen, gehören bereits Branchengrößen wie OpenAI, Meta, Microsoft, Oracle sowie Anthropic, mit dem AMD am Mittwoch eine Milliarden-Partnerschaft bekannt gab.
Wie beurteilen Sie den Wettbewerb im KI-Chipmarkt – wird AMD die Dominanz von Nvidia durch spezialisierte Systeme brechen können? Diskutieren Sie mit uns in den Kommentaren.























