Der US-Medienkonzern The Walt Disney Company betreibt mit ESPN eines der weltweit bekanntesten und finanzstärksten Sportnetzwerke der Fernsehbranche. Nun steht der Sportsender vor einer erneuten Entlassungswelle, die vor allem mit der schrittweisen Integration des Football-Kanals NFL Network zusammenhängt. Wie ESPN-Chef Jimmy Pitaro am Dienstag in einem Belegschaftsschreiben ankündigte, streicht das Unternehmen hunderte Arbeitsplätze im gesamten Disney-Konzern. Bei ESPN betreffen die Kürzungen überwiegend Mitarbeiter hinter den Kameras, doch auch langjährige Gesichter vor der Kamera wie Moderator Karl Ravech und Analyst Ryan Clark müssen den Sender verlassen.
- Disney und ESPN streichen in einer neuen Sparrunde hunderte Stellen im Konzern.
- Bei ESPN resultiert der Abbau vor allem aus der Zusammenlegung mit dem NFL Network.
- Prominente Gesichter wie Karl Ravech und Ryan Clark sind von den Kündigungen betroffen.
Die Integration des NFL Networks führt zu Stellenabbau
Die aktuellen Personaleinsparungen bei ESPN sind eine direkte Folge einer Vereinbarung mit der Football-Liga NFL aus dem Februar dieses Jahres. Im Rahmen des Geschäfts übernahm Disney die Kontrolle über das NFL Network, die Highlights-Show NFL RedZone sowie das Fantasy-Football-Geschäft. Im Gegenzug erhielt die NFL einen Anteil von zehn Prozent an ESPN, was den Sportsender laut behördlichen Unterlagen mit rund 30 Milliarden US-Dollar bewertete.
Um Doppelstrukturen abzubauen und Kosten zu senken, wurden die operativen Abläufe von ESPN und dem NFL Network in den vergangenen Monaten zusammengelegt.
In seiner Nachricht an das Team erklärte Pitaro, man habe nach sorgfältiger Bewertung der Organisationsstruktur schwierige Entscheidungen treffen müssen. Obwohl der Großteil der Einschnitte mit der NFL-Übernahme zusammenhängt, seien auch Mitarbeiter in anderen Bereichen des Senders betroffen.
Prominente Gesichter verlassen den Sportkanal
Neben zahlreichen Mitarbeitern aus dem technischen und produzierenden Bereich trifft der Stellenabbau auch hochkarätige On-Air-Persönlichkeiten. Karl Ravech, der seit 1993 für ESPN tätig war und Formate wie „Baseball Tonight“ sowie „SportsCenter“ prägte, verlässt den Sender. Ebenso betroffen ist der ehemalige NFL-Profi Ryan Clark, der seit 2015 als Analyst arbeitete. Medienberichten zufolge wurde Clark während der Produktion der Sendung „NFL Live“ über sein Ausscheiden informiert. Auch der NFL-Network-Reporter Tom Pelissero soll zu den Betroffenen gehören.
Teil einer konzernweiten Sparstrategie bei Disney
Die Maßnahme bei ESPN ist eingebettet in eine breitere Entlassungswelle im gesamten Disney-Konzern. Es handelt sich um die dritte Sparrunde in diesem Jahr, mit der die Unternehmensführung unter Manager Josh D’Amaro die Organisation verschlanken möchte. Bereits im Januar wurden Marketingabteilungen zusammengelegt, gefolgt von einem Abbau von rund 1.000 Stellen im April. Neben ESPN sind in der aktuellen Welle auch die Pixar-Filmstudios und National Geographic betroffen.
Für die Sportmedienbranche verdeutlichen die Schritte die grundlegenden wirtschaftlichen Herausforderungen des Senders. Während die Lizenzgebühren für Live-Sportrechte kontinuierlich steigen, sinkt die Zahl der klassischen Kabel-TV-Abonnenten in den USA seit Jahren dramatisch. Für ESPN bedeutet dies, dass hohe Rechtekosten auf ein schrumpfendes traditionelles TV-Publikum treffen, was den Druck zur Effizienzsteigerung und den Ausbau eigener Streaming-Angebote weiter verstärkt.
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