Der geplante Zusammenschluss der Hollywood-Giganten Paramount und Warner Bros. Discovery (WBD) hat einen herben Dämpfer erhalten. Eine US-Bundesrichterin im Bundesstaat Kalifornien stoppte die Fusion am Montag vorerst für mindestens 14 Tage. Damit gab das Gericht dem Eilantrag einer Koalition aus zwölf US-Bundesstaaten statt, die eine kartellrechtliche Klage gegen den Megadeal eingereicht haben. Die Kläger befürchten eine massive Einschränkung des Wettbewerbs in der US-Unterhaltungsindustrie.
- Eine US-Bundesrichterin hat die Fusion von Paramount und Warner Bros. Discovery per einstweiliger Verfügung für 14 Tage ausgesetzt.
- Eine Allianz aus zwölf US-Bundesstaaten unter Führung Kaliforniens klagt wegen schwerer Bedenken gegen das Kartellrecht.
- Ab dem 30. September drohen Paramount bei Verzögerungen tägliche Strafzahlungen in Höhe von rund 7 Millionen Dollar.
„Erster wichtiger Sieg“ für die Fusionsgegner
Die Reaktionen auf die gerichtliche Entscheidung spiegeln den erbitterten Streit um die Zukunft der US-Medienlandschaft wider. Der kalifornische Generalstaatsanwalt Rob Bonta, der die Allianz der Bundesstaaten anführt, feierte den Beschluss als Meilenstein: „Dies ist ein kritischer erster Sieg in unserem Fall, um sicherzustellen, dass dieser Megamerger niemals das Licht der Welt erblickt.“ Bonta warnte vor den historischen Folgen von Marktkonzentrationen: „Die Geschichte zeigt, was passiert, wenn wenige Akteure große Macht über Märkte haben, die für das Leben der Amerikaner zentral sind: weniger Chancen für mehr Menschen, schlechtere Produkte und Dienstleistungen für alle.“
Auch die New Yorker Generalstaatsanwältin Letitia James betonte die weitreichenden Konsequenzen für die Branche: „In dieser Klage geht es um eine einfache Tatsache: Wenn ein einziges Unternehmen einen derart massiven Anteil an unserer Film- und Fernsehbranche kontrolliert, leiden Arbeiter, Künstler, Unternehmen und Verbraucher darunter.“
Paramount weist Kartellvorwürfe entschieden zurück
Die Verteidigung von Paramount gibt sich trotz des Rückschlags kämpferisch und bezeichnete die Argumente der Bundesstaaten als realitätsfremd. Ein Sprecher des Konzerns erklärte, man sei zuversichtlich, dass die Beweise die Haltlosigkeit der Vorwürfe zeigen würden: „Diese Fusion ist rechtmäßig, wettbewerbsfördernd und wird Verbrauchern, Schöpfern, Arbeitnehmern und der gesamten Unterhaltungsindustrie zugutekommen.“ Das Unternehmen betonte zudem, dass die einstweilige Verfügung lediglich den Status quo sichere, während das Gericht die kartellrechtlichen Fragen prüfe.
Die Fusionspartner argumentieren, dass der Zusammenschluss dringend notwendig sei, um überhaupt gegen Tech-Giganten wie Netflix bestehen zu können, welche den Markt für Kinofilme und Arbeitsplätze in der Unterhaltungsindustrie bereits nachhaltig verändert hätten.
Hintergründe und das finanzielle Risiko des Wartens
In den USA müssen derart gigantische Firmenzusammenschlüsse strenge kartellrechtliche Prüfungen durchlaufen. Die US-Bundesstaaten nutzen nun ihre eigenen Kompetenzen, um eigenständig vor Bundesgerichten gegen Monopolbildungen vorzugehen. Die Richterin Araceli Martínez-Olguín sah in den Argumenten der Bundesstaaten „schwerwiegende Fragen“ bezüglich des künftigen Marktanteils im Kinoverleih und beim Kabelfernsehen als hinreichend begründet an.
Für Paramount steht bei dem Verfahren auch finanziell extrem viel auf dem Spiel. Um Warner Bros. Discovery von dem Deal zu überzeugen, hatte sich Paramount zu einer sogenannten „Ticking Fee“ verpflichtet. Wird die Transaktion nicht bis zum 30. September vollzogen, muss Paramount an die Warner-Aktionäre eine Kompensation von rund 7 Millionen Dollar pro Tag zahlen. Während die Konzerne auf eine schnelle Entscheidung drängen, streben die Bundesstaaten einen gründlichen Prozess an, der sich bis weit ins Jahr 2027 ziehen könnte. Eine Anhörung über eine längerfristige einstweilige Verfügung (Preliminary Injunction) ist für den 3. August angesetzt.
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