Der Luxusautomobilhersteller Bugatti könnte in Zukunft wieder ein Fahrzeug mit einem manuellen Schaltgetriebe anbieten. Bugatti-Chef Mate Rimac äußerte sich auf der Monterey Car Week in Kalifornien im Gespräch mit der Fachzeitschrift Road & Track begeistert über die Idee, den neu entwickelten V16-Motor mit einer klassischen Drei-Pedal-Konfiguration zu kombinieren. Sollte das Projekt umgesetzt werden, wäre es das erste Modell der Marke mit einer manuellen Gangschaltung seit dem EB110 aus den 1990er-Jahren.
- Bugatti-Chef Mate Rimac hat sich positiv zu einem V16-Modell mit manuellem Schaltgetriebe geäußert.
- Der 8,3-Liter-Saugmotor leistet ohne E-Motoren bereits 1.000 PS (746 kW) und bietet 900 Nm Drehmoment.
- Die Überlegung folgt einem Trend im Hypercar-Segment hin zu mehr analogem Fahrgefühl.
Bugatti-Chef stellt ein echtes Schaltgetriebe in Aussicht
Auf die Frage nach einer manuellen Option antwortete Mate Rimac eindeutig und betonte, dass er die Kombination aus einem V16-Motor und einem echten Schaltgetriebe sehr begrüße. Bugatti stellt damit klar, dass das Unternehmen im Falle einer Umsetzung auf eine traditionelle Konstruktion und nicht auf ein simuliertes System setzen würde.
Seit der Wiederbelebung der Marke in den 2000er-Jahren setzte Bugatti beim Veyron und Chiron ausschließlich auf ein Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe.
Der legendäre EB110 aus den 1990er-Jahren, der von einem 3,5-Liter-V12-Motor mit vier Turboladern angetrieben wurde, war das letzte Modell des Hauses mit einer manuellen Sechsgang-Schaltung. Das aktuelle Hybrid-Modell Bugatti Tourbillon wird serienmäßig mit einem Achtingang-Doppelkupplungsgetriebe ausgeliefert.
Der Markt für exklusive Handschalter erlebt eine Renaissance
Die Überlegungen bei Bugatti fügen sich in eine branchenweite Entwicklung im obersten Preissegment ein. Während das klassische Kupplungspedal im Massenmarkt zusehends verschwindet, setzen Nischenhersteller und Sportwagenmarken wieder verstärkt auf manuelle Getriebe, um Fahrern eine intimere Verbindung zum Fahrzeug zu bieten. Durch die fortschreitende Elektrifizierung rücken reine Beschleunigungswerte in den Hintergrund, weshalb das haptische Feedback an Bedeutung gewinnt.
Auf der Veranstaltung in Monterey zeigten auch andere Hersteller entsprechende Fahrzeuge. McLaren präsentierte den McL 6GT mit V8-Mittelmotor und offen liegender Sechsgang-Schaltkulisse, Gordon Murray stellte den S1 mit V12-Saugmotor und Sechsgang-Handschaltung vor, und Spyker kündigte das Modell C8 Preliator XXV mit V8-Antrieb an. Während Marken wie Pagani mit dem Utopia oder Koenigsegg mit dem CC850 ebenfalls manuelle Optionen anbieten, schließt beispielsweise Lamborghini ein solches Getriebe für seine aktuellen Plug-in-Hybride komplett aus.
Technische Herausforderungen erfordern neue Konzepte
Welche Form ein manueller V16-Bugatti annehmen könnte, steht bislang nicht fest. Möglich wären ein Einzelstück im Rahmen des Solitaire-Programms, eine Kleinserie oder eine gesonderte Option für den Tourbillon. Die technische Umsetzung bringt allerdings erhebliche Entwicklungsfragen mit sich, da die Abstimmung eines manuellen Getriebes mit einem komplexen Hybrid-Strang sehr aufwendig ist.
Für die Ingenieure könnte dies bedeuten, dass ein manuelles Modell komplett auf die elektrische Unterstützung verzichten müsste. Der 8,3-Liter-V16-Saugmotor des Tourbillon erzeugt bereits ohne die drei Elektromotoren eine Leistung von 1.000 PS (746 kW / 1.014 PS) sowie ein Drehmoment von 900 Nm. Sollte Bugatti diesen Weg wählen, würde dies für Sammler den Wechsel zu einem rein verbrennungsgetriebenen Hypercar bedeuten.
Würden Sie bei einem modernen Hypercar ein manuelles Schaltgetriebe einer extrem schnellen Doppelkupplung vorziehen? Teilen Sie Ihre Meinung in den Kommentaren!




























