FIFA-Präsident Gianni Infantino arbeitet intensiv an seiner Wiederwahl beim Kongress am 18. März 2027 im marokkanischen Rabat. Über die sozialen Medien verkündete der Schweizer Funktionär zuletzt die Unterstützung weiterer Mitgliedsverbände, darunter kleinerer Nationen wie Grenada, St. Kitts und Nevis sowie Neukaledonien. Obwohl die europäische UEFA und Teile anderer Kontinentalverbände nach einem gescheiterten Investorendeal auf Distanz gehen, festigt Infantino seine Basis. Durch die gezielte Einbindung kleinerer Verbände aus der Karibik, Afrika und Asien verschiebt sich das Kräfteverhältnis zunehmend zu seinen Gunsten, während der Opposition um den Deutschen Fußball-Bund (DFB) bisher ein eigener Gegenkandidat fehlt.
- Gianni Infantino sichert sich die Unterstützung zahlreicher kleinerer Fußballverbände für die Wahl 2027.
- Das FIFA-Wahlsystem gewährt jedem der 211 Mitgliedsverbände genau eine Stimme – unabhängig von dessen Größe.
- Die europäische UEFA führt die Opposition an, hat jedoch bislang keinen eigenen Gegenkandidaten aufgestellt.
Das Prinzip der gleichen Stimmen wiegt schwerer als die europäische Opposition
Bei der Entscheidung über das höchste Amt im Weltfußball entscheidet eine einfache Mehrheit der wahlberechtigten Mitgliedsverbände. Da jeder der 211 Nationalverbände exakt eine Stimme besitzt, zählt das Votum einer Karibikinsel genau so viel wie das von großen Nationen wie Deutschland oder England. Bei 211 Verbänden reichen im ersten Wahlgang 106 Stimmen für einen Sieg – sind suspendierte Verbände wie Nepal betroffen, sinkt die erforderliche Hürde entsprechend auf 105 Stimmen.
Das Wahlsystem der FIFA verleiht kleinsten Verbänden dieselbe politische Stimmkraft wie den traditionsreichsten Fußballnationen der Welt.
Der afrikanische Kontinentalverband CAF mit seinen 54 Mitgliedern sowie der südamerikanische Verband CONMEBOL stehen weitgehend geschlossen hinter dem Amtsinhaber. Zudem bröckelt die Front im nord- und mittelamerikanischen Verband CONCACAF, da Verbände wie Mexiko oder Grenada ausscheren. Für kleinere Nationen bedeuten die finanziellen Zuwendungen aus den FIFA-Töpfen eine fundamentale Unterstützung, was ihre Loyalität gegenüber der aktuellen Führung stärkt.
Die Suche nach Gegenkandidaten und die offenen Drohungen
Die europäische Konföderation UEFA versucht gemeinsam mit Kräften aus Nordamerika und Asien, den Druck auf Infantino hochzuhalten. Nach dem gescheiterten Investorendeal sprachen europäische Schwergewichte sowie der DFB dem FIFA-Chef das Vertrauen ab. Dennoch gestaltet sich der Aufbau einer schlagkräftigen Gegenkandidatur schwierig. Funktionsgrößen wie UEFA-Chef Aleksander Ceferin, PSG-Präsident Nasser Al-Khelaifi oder CONCACAF-Chef Victor Montagliani wurden zwar gehandelt, haben aber bislang keine Kandidatur angekündigt. Die offizielle Meldefrist läuft am 18. November ab.
Zusätzlich steht das Szenario eines potenziellen Turniertagungs- oder Boykottstreits im Raum, das UEFA-Verbände im Zuge des Konflikts angedeutet hatten. Einen ersten Belastungstest könnte die anstehende U20-Weltmeisterschaft der Frauen in Polen darstellen. Ohne einen eigenen, geschlossenen Bewerber drohen die europäischen Kritiker im Machtkampf schlussendlich isoliert zu werden.
Wie bewerten Sie das Machtgefüge innerhalb der FIFA? Sollte der DFB resoluter gegen den Kurs von Gianni Infantino vorgehen? Schreiben Sie uns Ihre Meinung in den Kommentaren.




























