Der Autokonzern Stellantis hat einen umfassenden Rückruf für weltweit mehr als 955.000 Fahrzeuge angekündigt. Grund dafür ist ein Fehler in der Software des Radiosystems, der dazu führen kann, dass das Bild der Rückfahrkamera nicht auf dem Display des Infotainmentsystems angezeigt wird. Betroffen sind zahlreiche Modelle der Konzernmarken Jeep, Ram, Dodge und Chrysler aus den Modelljahren 2026 und 2027. Der Großteil der Fahrzeuge entfällt mit rund 848.500 Einheiten auf den US-amerikanischen Markt. Verletzungen oder Unfälle im Zusammenhang mit der Störung sind dem Unternehmen bislang nicht bekannt. Die Halter sollen im September benachrichtigt werden.
- Weltweit sind mehr als 955.000 Fahrzeuge der Marken Jeep, Ram, Dodge und Chrysler betroffen.
- Ursache ist ein Softwarefehler im Radiosystem, der die Übertragung des Rückfahrkamerabildes blockiert.
- Die Korrektur erfolgt kostenlos über ein Over-the-Air-Softwareupdate direkt im Fahrzeug.
Zahlreiche Modelle der US-Marken sind vom Rückruf betroffen
Neben den rund 848.511 betroffenen Fahrzeugen in den USA umfasst die Maßnahme knapp 107.000 weitere Autos weltweit. Davon entfallen etwa 82.869 Fahrzeuge auf Kanada, 7.969 auf Mexiko sowie weitere 15.736 Einheiten auf Märkte außerhalb Nordamerikas.
Besonders stark betroffen ist die Marke Jeep mit den Modellen Compass, Cherokee, Grand Cherokee, Grand Cherokee L, Grand Wagoneer, Grand Wagoneer L, Gladiator und Wrangler des Modelljahres 2026. Bei Chrysler betrifft die Maßnahme die Modelle Pacifica Plug-in Hybrid und Voyager (Modelljahre 2026 und 2027). Zudem sind der Dodge Charger (2026–2027) sowie die Ram-Modelle 1500, 2500, ProMaster und ProMaster EV des Jahrgangs 2026 gelistet.
Ein kostenloses Funk-Update soll das Problem beheben
Anstatt die Fahrzeuge in eine Werkstatt rufen zu müssen, plant Stellantis eine Behebung des Fehlers über die digitale Schnittstelle der Autos.
Die Aktualisierung der Radiosoftware wird als sogenanntes Over-the-Air-Update (OTA) bereitgestellt. Sobald die neue Softwareversion für das jeweilige Fahrzeug verfügbar ist, erscheint eine entsprechende Meldung direkt auf dem Bildschirm des Infotainmentsystems. Für die Fahrzeughalter entfällt dadurch ein zeitintensiver Termin beim Vertragshändler, da die Daten direkt über die integrierte Mobilfunkverbindung des Fahrzeugs eingespielt werden können.
Softwarefehler bei Rückfahrkameras sind kein Einzelfall
Rückfahrkameras gelten als wichtige Sicherheitsausstattung im modernen Straßenverkehr, da sie beim Rangieren Hindernisse und Personen hinter dem Fahrzeug sichtbar machen. Die technische Verknüpfung dieser Systeme mit komplexen Infotainment-Plattformen führt jedoch immer wieder zu Problemen. Seit dem Jahr 2018 wurden branchenweit bereits mehr als 180 Rückrufe registriert, die im Zusammenhang mit Störungen der Rückfahrkamera standen.
Für die Automobilindustrie verdeutlicht dieser Fall, wie stark sicherheitsrelevante Assistenzfunktionen mittlerweile von der Stabilität der zentralen Bordinformatik abhängen. Für Autokäufer bedeutet die zunehmende Vernetzung zwar den Komfort von Reparaturen aus der Ferne, gleichzeitig steigen jedoch die Risiken softwarebedingter Ausfälle in der Praxis.
Haben Sie bei Ihrem Fahrzeug schon einmal ein Over-the-Air-Update durchgeführt oder bevorzugen Sie den klassischen Werkstattbesuch? Teilen Sie Ihre Erfahrungen in den Kommentaren!




























